Was an Schülern fasziniert
Erinnerungsgerümpel, wohin das Auge blickt. Ein lebloser Ort, gleich der Wohnung eines Verstorbenen, die man räumen soll. Ein altes Sofa, davor ein Perserteppich. Ein Tisch, die Stühle wie nach Schulschluss oben drauf. Darunter stapelt sich Buch um Buch. Ein Regal voll Unrat steht am Bühnenrand, darauf ein leerer Vogelbauer. Ives Thuwis hockt in «Birdy»-Haltung davor, als hätte er den Käfig soeben verlassen. Er dreht das Radio an, steht auf, lehnt sich an den Tisch und verschließt mit den Händen seine Augen. Die Arme breitet er in einer abwehrenden Geste aus.
Eine Mozart-Arie erklingt. Thuwis, völlig versunken, beginnt zu tanzen. Erinnerndes Streicheln über den eigenen Nacken, der Blick in die Ferne gerichtet. Ein wehmütiger Tanz. «Sehnsucht» hat der Belgier seine neue Produktion für das Forum Freies Theater in Düsseldorf genannt. «Ein schönes deutsches Wort», findet Thuwis, für das es im Flämischen keine Entsprechung gibt. Was des Dichters Schmerz ist, bereitet dem Tänzer und Choreografen «einfach ein schönes Gefühl». Dazu gehört für ihn auch Melancholie, denn gelöst wirkt er nicht, wie er in seinem Solo zu Beginn der Performance Balancen austariert, um an den Rand zurückzutreten ...
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Tanz November 2006
Rubrik: Tanz in Schulen, Seite 12
von Bettina Trouwborst, Günter Scheinpflug
Fast ein ganzes Leben war vergangen, seit sie zum letzten Mal in dieser Stadt gewesen war – da feierte der Nazi-Staat gerade Olympische Spiele, und die im französischen Saint-Claude geborene Renée Gumiel war 23. Jetzt, nicht ganz 70 Jahre später, kurvte sie beim Berlin-Besuch anlässlich des Gastspiels in der Volksbühne auch die neue Glaskuppel im Reichstag hinauf:...
The Cullberg 2006 double bill consists of “End” by Sidi Larbi Cherkaoui and “Blanco” by Johan Inger. The central theme throughout is the motif of the Wall, in a political as well as metaphorical, psychological and spiritual sense.The wall has become Johan Inger’s trademark; in “Blanco” it is a huge wavy screen on the right side of the stage that somehow seems to...
Ich treffe Jason Beechey in der Raffinerie, einer ehemaligen Zuckerfabrik in Brüssel, wo Charleroi/Danses seine Studios hat. In Dresden ist er seit diesem Semester Rektor der Palucca Schule, der einzigen eigenständigen Hochschule für Tanz in Deutschland. Die Ernennung kam nicht von ungefähr: Schon seit einigen Jahren kümmert sich Beechey in ganz Europa um die...
