Renée Gumiel
Fast ein ganzes Leben war vergangen, seit sie zum letzten Mal in dieser Stadt gewesen war – da feierte der Nazi-Staat gerade Olympische Spiele, und die im französischen Saint-Claude geborene Renée Gumiel war 23. Jetzt, nicht ganz 70 Jahre später, kurvte sie beim Berlin-Besuch anlässlich des Gastspiels in der Volksbühne auch die neue Glaskuppel im Reichstag hinauf: im Rollstuhl, und sie bestaunte die Reste der Mauer.
Als der brasilianische Staat Deutschland zur WM mit «Copa da Cultura» ein illustres Kulturprogramm schenkte, war sie noch einmal dabei: zerbrechlich wie aus Glas neben Ismael Ivo beim Gastspiel in Berlin, kaum mehr als Haut und Knochen, aber noch immer voller Energie. Bis zum Schluss hat sie auf der Bühne gestanden in den Aufführungen des Teatro Oficina aus São Paulo. Wenige Wochen vor dem 93. Geburtstag ist Renée Gumiel nun dort gestorben.
Klassisches Ballett habe sie nie interessiert, erzählte Renée gelegentlich sogar auf Deutsch: «Ich werde doch meine Füße nicht in Spitzenschuhe zwängen!» Bei Araca Makarowa begann die 19-Jährige zu tanzen, in London lernte sie die Exilanten Kurt Jooss und Rudolf Laban kennen. Der französischen Résistance gehörte sie an, kannte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Erwachsene haben es gut. Sie kennen schon alles. Und was sie nicht kennen, interessiert sie nicht. Wäre das die Haltung von Schülern, die meisten würden 24 Stunden Playstation-Action mit beiden Daumen wegdrücken, aber bloß nicht ihren Arsch, geschweige denn ihr Bein hochkriegen. Gut, dass es Erwachsene gibt, die nicht länger zusehen können, wie ihre Kinder mit...
Bin ich eine Person? Vielleicht bin ich deren zwei, vielleicht keine. Fragt Richard Siegal, robbt und reibt sich. Und je intensiver er sich an sich selber reibt, umso mehr soll ihn das wohl vor den Blicken der Zuschauer schützen. «Stranger/ Stranger Report» wäre nicht mehr als eine weitere dieser Brainstorming-Performances mit Kapuze, Motorradhelm und Monitoren,...
Tokyo is a big, buzzing, chaotic city; the epitome of the metropolis, the stylized “mega city.” I am gradually coming to realize that this stylization is Tokyo’s subtext, but where does it come from? I would describe it as the result of a process of alienation leading to liberation from redundancy and the strait-jacket of “reality.” As an observer, I am no longer...
