vom pferd erzählt
Alles tanzt. Alles fliegt. Alles stapelt sich. Die Pyramide bebrillter Matrosenanzug-Trägerinnen sieht aus wie aus einem Manga gestanzt. Die fliegenden Hüte maskierter Männer im Grätschschritt erinnern an die düsteren Gestalten des Film noir. Streetdancer purzeln durch die Manege. Seilakrobaten zeichnen eine chorus line an den Zelthimmel. Flamenco-Tänzer entfachen stampfend ein Maschinengewehr-Stakkato. Und zwei Schimmel tanzen piaffierend einen Pas de deux dazu.
Das Heller-Bestiarium aus einem imaginären Garten Eden kreucht über die Bühne: seltsamste Reptilien auf zwei Beinen, ein Walross, das auch noch «I’m the Walrus» singt, eine jodelnde Spinne im Seidencape als Königin der Nacht. Tintenfische wie Spitzen-Sonnenschirme, Seepferdchen, eine fleischfressende Pflanze, die eine blonde Schönheit verschlingt. Als Schattenspiele dahinter: Riesen und Zwerge, Gullivers Reisen in Schwarzweiß mit den Tänzern des Pilobolus Dance Theatre. Und immer wieder Pferde, Pferde, Pferde. Die Farben, die verwirklichten Fantastereien, sie machen glücklich, weshalb André Hellers Zeltshow «Magnifico» für immerhin 2500 Zuschauer pro Vorstellung bereits nach der Premiere am 8. Februar in München um ...
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Tanz April 2011
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Eva-Elisabeth Fischer
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