tanzarchiv: s.o.s. aus leipzig
Eine paradoxe Situation: Während die Kulturstiftung des Bundes einen Tanzerbe-Fonds auflegt, droht dem Tanzarchiv Leipzig in seiner jetzigen Form das Aus. Wer Geld aus dem neuen Stiftungstopf erhält, um damit ein Projekt zu Rudolf von Laban zu verwirklichen, der wird in Zukunft vielleicht ein Rechercheproblem haben.
Denn Labans im Leipziger Tanzarchiv lagernder Nachlass muss umziehen, genau wie die übrigen, bislang in der Ritterstraße nahe dem Hauptbahnhof untergebrachten Bestände: Sie sollen auseinandergenommen, gesichtet (sprich: teilweise entsorgt) und schließlich an andere Standorte verbracht werden – was gleichbedeutend wäre mit dem Exitus einer exzellenten Forschungsstätte.
Exzellent vor allem aus zwei Gründen: Einerseits ist das Tanzarchiv Leipzig die einzige derartige Einrichtung im Osten der Republik und ausgesprochen benutzerfreundlich organisiert. Andererseits liest sich der Katalog der Künstler, deren Schaffen hier dokumentiert ist, wie ein Who’s Who der Ära des Ausdruckstanzes: Zu Laban gesellen sich Mary Wigman und Jean Weidt, die Publizistik ist mit Fritz Böhme, Eberhard Rebling und Rudolf Liechtenhan vertreten, und die jüngste Vergangenheit spiegelt etwa der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2011
Rubrik: menschen, Seite 32
von Dorion Weickmann
...wurde soeben nicht nur das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Wie zu diesem Anlass entstanden, ist im Netz nun auch eine interaktive Website zu dem Projekt «Dialoge 09» verfügbar, das 2009 im Neuen Museum Berlin entstand. Kurz vor der Eröffnung des Chipperfield-Umbaus folgten Tausende den 70 Tänzern von Sasha Waltz & Guests. Im Ansinnen, eine lebendige...
Alles tanzt. Alles fliegt. Alles stapelt sich. Die Pyramide bebrillter Matrosenanzug-Trägerinnen sieht aus wie aus einem Manga gestanzt. Die fliegenden Hüte maskierter Männer im Grätschschritt erinnern an die düsteren Gestalten des Film noir. Streetdancer purzeln durch die Manege. Seilakrobaten zeichnen eine chorus line an den Zelthimmel. Flamenco-Tänzer...
Die Audition als Workshop, als ein gemeinsames Erlebnis, bei dem man nicht leidet, sondern lernt, bei dem man nicht kämpft, sondern kommuniziert? In Monaco wollte es Ballettdirektor Jean-Christophe Maillot zumindest mal versuchen. Und weil das Ergebnis gut gefiel, soll nun der Beginn jedes Tanzjahrs am Grimaldi-Felsen der Jugend gewidmet sein. Das Herzstück: ein...
