verstorben: Anna Markard
Dem künstlerischen Erbe ihres Vaters Kurt Jooss widmete Anna Markard ihr Leben. Weltweit studierte sie Jooss’ erhalten gebliebene Werke ein, vor allem das 1932 in Paris prämierte Antikriegsstück «Der grüne Tisch». Dank ihres Wirkens wurde ein wichtiges Kapitel deutscher Tanzgeschichte bis in die Gegenwart lebendig gehalten.
Anna Markard wurde 1931 in Essen als Tochter von Kurt Jooss und der estnischen Tänzerin Aino Siimola geboren. 1933 emigrierten ihre Eltern mit ihr sowie der gesamten Kompanie, den Ballets Jooss, nach England.
In Dartington Hall konnte Jooss mit seinem engsten Mitarbeiter Sigurd Leeder eine Dependance der von ihm 1927 in Essen mitgegründeten Folkwangschule aufbauen, und von hier starteten die Ballets Jooss zu ihren weltweiten Tourneen. Anna Markard wurde in dieser Tanzwelt groß und spielte schon als Kind mit einem von Rudolf von Laban eigens für sie entwickelten Tanznotations-Spiel. Nach dem Krieg studierte sie bei ihrem Patenonkel Sigurd Leeder an dessen Schule in London. Als Jooss 1949 dem Ruf der Stadt Essen folgte, erneut die Leitung der Folkwang-Tanzabteilung zu übernehmen, ging sie mit ihm und absolvierte dort eine Tanzausbildung. Doch als «Tochter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sie sagten, die Idee zu Ihrem neuen Stück nach dem gleichnamigen Buch von Claude Lévi-Strauss, hätten Sie während eines Gesprächs über Tanz, Couscous und die «Unarbeitsamkeit des Körpers» mit dem Philosophen Giorgio Agamben gehabt. Ungewöhnlich, dass ein Philosoph Ihr Dramaturg wird. Wie kam es dazu?
Unsere Zusammenarbeit begann 2008 beim Stück «La natura delle...
Mario Schröder ist der neue Chef des Leipziger Balletts. Sein Einstand hätte besser nicht laufen können. Standing Ovations gab es für die Eröffnungspremiere «Chaplin» und einen Strauß Komplimente von keiner Geringeren als Geraldine Chaplin, die extra nach Leipzig gereist war, um die Hommage an ihren Vater in postumer Stellvertretung entgegenzunehmen. Womöglich war...
Was wäre Weihnachten ohne den «Nussknacker»? In Amerika praktisch undenkbar. In Europa kommt das Weihnachtsballett par excellence ähnlich häufig in die Theater, sowohl in traditionellem Gewand als auch in zeitgemäßer Aufmachung. Einen fulminanten anderen «Nussknacker», eine nachtschwarze Groteske, choreografierte Marco Goecke 2006 fürs Stuttgarter Ballett. Zu sehen...
