Ulm: Roberto Scafati «La Sinfonia», Gustavo Ramírez Sansano «2 and 1 for Mr. B», «El Beso»
Wieder am 20., 22., 23. Juni in Ulm. www.theater-ulm.de
«La Sinfonia del Beso», «Die Sinfonie des Kusses» lautet der Obertitel des Abends, der die programmatisch im Grunde nicht vereinbaren Extreme einer elegisch-politischen Totenklage mit einem jener Rausschmeißerballette verbindet, die mit fröhlichen Pointen den Übermut des Tanzes feiern. Dass dazwischen eine Hommage an Mr. B steht, die mit Balanchine so gar nichts zu tun hat, macht die Kombination nicht glücklicher.
Henryk Góreckis dritte Sinfonie, die «Sinfonie der Klagelieder», ist eine der ikonischen Trauermusiken der letzten Jahrzehnte, ergreifend in ihren Sopranklagen, aber mit Tendenz zum Pathos. Der Ulmer Tanzchef Roberto Scafati deutet sie zu einem Ballett über das Loslassen und die Zurückgebliebenen. Sie sehen wir in Gestalt der Sängerin Maria Rosendorfsky, die als schmerzvolle Mutter Trauerzüge anführt und als Marienfigur über den Verzweifelten schwebt. Die Bühne ist eine Blackbox: hohe Wände statt Seitengassen, der Boden zunächst tief im Keller, dann hebt er sich hinten zu einer steilen Schräge, an der die Gefangenen, Flüchtlinge, Verängstigten sich abarbeiten, immer wieder scheitern oder, ein heftiges Bild, sich in einem selbst gewählten Abschied in den Abgrund fallen ...
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Tanz Juni 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 42
von Angela Reinhardt
The stage musical Billy Elliot opened at the Victoria Palace Theatre in London on 11 May 2005. I was present in the theatre that night to review the show and was sitting in the front stalls with an excellent view of the stage and the celebrity-packed audience but I little realised that I was about to see one of the most remarkable events of my theatre-going life....
Das kleinste institutionelle Tanzensemble der Schweiz ist nicht nur eines der feinsten, nun tanzt es auch ein Stück der international angesagten Choreografin Crystal Pite. Derlei grenzt an Zauberei. Wunderbar ist die kleine quirlige Truppe Tanz Luzerner Theater, weil ihre Leiterin Kathleen McNurney ein so sicheres Händchen für künstlerisches Potenzial hat,...
Newcomer: Karol Tyminski
Acht Jahre Ballett in Warschau, zwei Jahre zeitgenössischer Tanz bei P.A.R.T.S. in Brüssel, fast vier Jahre in der Welt von Trisha Brown und Bill T. Jones in New York, seit sechs Jahren in Berlin in der zeitgenössischen Queer- und Technoszene: In diesen zwanzig Jahren wurde aus einem biegsam federnden Ballettkörper ein Komponist, der seine...
