Newcomer, Personalien, Short Cuts Juni 2017
Newcomer: Karol Tyminski
Acht Jahre Ballett in Warschau, zwei Jahre zeitgenössischer Tanz bei P.A.R.T.S. in Brüssel, fast vier Jahre in der Welt von Trisha Brown und Bill T. Jones in New York, seit sechs Jahren in Berlin in der zeitgenössischen Queer- und Technoszene: In diesen zwanzig Jahren wurde aus einem biegsam federnden Ballettkörper ein Komponist, der seine Körperteile wie Spielzeug behandelt und mit klinischem Ernst jeden Muskel auf seine ästhetische Funktion hin untersucht.
«Okay, I am super flexible and virtuous», entschuldigt sich der 31-Jährige höflich bei einem Showing der Berliner Tanzfabrik. Verzeihung, ja, er kann fantastisch tanzen, legt einen Headspin in Zeitlupe hin, ordnet seine Glieder, als wären sie aus Gummi. Er habe eben, erzählt er, ein «brutalistisches Verhältnis» zum Tanz. Er meint damit, was der Architekt Le Corbusier in den 1950er-Jahren für sein Metier formulierte: die Lesbarkeit des Tanzes, die Zurschaustellung der Choreografie, die Wertschätzung des Materials, also des Körpers «as found».
Etwas unterschätzt wird er dennoch. Der eher kleine Körper, der an der Seite seines Partners Jeremy Wade zuletzt in «The Greatest Show on Earth» (tanz 10/16) die ...
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Tanz Juni 2017
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Red.
Aufführung: Junior Ballett Zürich
Choreografischer Nachwuchs – so etwas ist in der deutschsprachigen Schweiz quasi unbekannt. Da scheinen junge Leute, die mit Gruppen von Tänzern was Gescheites anfangen können, eine Gattung zu sein, die es erst noch zu entdecken gilt. Einer, der das tut, ist der Zürcher Ballettdirektor Christian Spuck. Sein Junior Ballett gibt im...
Jacopo Godani, des sogenannten freien Choreografenlebens doch etwas überdrüssig, freute sich wie ein Schneekönig, als er vor knapp zwei Jahren seine eigene Company bekam. Aus Frankfurter Sicht aber war die plötzliche Ausrufung einer «Dresden Frankfurt Dance Company» eine weitere Seltsamkeit, seit die Stadt die unter William Forsythe weltberühmte dritte Bühnensparte...
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