sweet sweet sweet
99 bunte Luftballons? Nicht mit Marco Goecke! Hat sich der Vorhang zu «Sweet Sweet Sweet» gehoben, schlägt die Bühne erst mal Blasen. Wohin man blickt: abertausende von Ballons, bleiern schwer in ihrer Schwärze und doch so leicht, dass sich Evan McKie und Mikhail Soloviev später ohne Anstrengung einen Weg durch den angestauten Äther bahnen. Einen Augenblick lang stockt den Zuschauern der Atem – um dann wieder Hoffnung zu schöpfen, während die beiden um sich kreisen; küssend künden sie von einer Welt, die licht ist, voller Liebe und Leidenschaft.
Ganz anders als die, die Goecke später zeigen wird.
Nicht ohne Absicht nennt Intendant Reid Anderson den jüngsten Abend des Stuttgarter Balletts «Beyond Ballet» und signalisiert zumindest im Titel eine Grenzüberschreitung seines Ensembles, womöglich auch einen Aufbruch zu neuen Ufern. Doch so jenseits aller Vorstellungskraft kann der Versuch eines «klassischen» Ensembles gar nicht sein, als dass das Diesseits des Balletts darüber verloren ginge. Ganz im Gegenteil. Dem Titel zum Trotz stellt keiner der eingeladenen Choreografen die Basis des Balletts in Frage. Selbst das neueste Stück von Marco Goecke, der eben den Förderpreis 2005 der ...
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Nein, das ist es noch nicht. Die Tänzerin steht zu weit vorn. Ein paar Schritte weiter nach hinten, korrigiert der Choreograf Javier Latorre, derzeit der wohl bekannteste Flamencoregisseur. Und von dort dann nach vorn, mit Kraft in die Drehung, die sich in sanftem Schwung auflöst. Zurück, ein neuer Versuch, dann ist der Meister zufrieden. «¡Eso es!», «Das ist es!»,...
«Ich möchte das Stück unbedingt vor UN-Soldaten aufführen», sagt Emil Hrvatin, slowenischer Co-Autor von «We Are All Marlene Dietrich FOR». Sie geben ein Handbuch heraus, das den Verhaltenskodex für Blauhelme und die Geschichte des Entertainments für Soldaten enthält. «Performance For Soldiers In Peace Keeping Missions» ist so der Untertitel. «Ich liebe...
Ein Stoff gerade für den Tanz: Choderlos de Laclos’ Roman aus dem vorrevolutionären Frankreich. Ein perfider Verführungsexzess in 175 Briefen. In Berlin beging ihn einst David Nixon als subtiles Kammerspiel, in Gera kreierte Peter Werner daraus ein Handlungsballett. Nun erobern die Gefährlichen Liebschaften von 1782 den Nordharz. Jaroslav Jurasz, seit 2003...
