Rotterdam on tour: Marcos Morau «Cathedral»
Ein kleiner, schutzbedürftiger Säugling, klingelnde Telefone, außerirdisches Leben und so banale Dinge wie das Aufwischen des Bodens – man kennt sie schon, diese wiederkehrenden, aber immer wieder überraschenden Elemente im Werk des katalanischen Choreografen Marcos Morau. Mit seiner Kompanie La Veronal in Barcelona beheimatet, kreiert Morau auch für internationale Kompanien – wie jetzt für das Scapino Ballet Rotterdam. Sein neues Stück «Cathedral, an evening with Arvo Pärt» hatte am 31. Oktober Premiere.
Moraus Markenzeichen: eine stringente Ästhetik, aufbauend auf Szenen, die Erinnerungen an Gemälde Alter Meister wecken. So ist die Bühne auch für «Cathedral» in tiefes Dunkel getaucht, in dem ein langer schwarzer Tisch und eine schwarze Bank erkennbar sind sowie natürlich die schwarz gewandeten Tänzer, die das gesamte Stück hindurch vor dem Hintergrund eines klaren Sternenhimmels agieren, über den bisweilen weiße Wolkenschwaden hinwegziehen. In bester surrealistischer Manier spaziert ein Duo über die Bühne, das an «Die Liebenden» von René Magritte erinnert, nur dass die Figuren bei Morau keine gesichtslosen Gestalten in langen Mänteln sind, sondern kopflose Riesen. Ihnen zur Seite ...
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Tanz Dezember 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Marcelle Schots
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