regensburg
Die Bühne kreist, und mit ihr das zehnköpfige Ensemble in zwei Uraufführungen – in einer gemeinsamen Vision zwischen Traum und Ideal, die sich im Bühnenraum von Dorit Lievenbrück und in den Kostümen von Jelena Miletic ebenso spiegelt wie in der exzellent gefügten Kompanie.
Titelgemäß ambivalent choreografiert Stephan Thoss «Gefangen im tRaum». Fünf Paare tanzen vor einem kreisenden Treppenhaus, einem verschlossenen Portal. Körper bäumen sich auf, machen sich wichtig, knicken ein, schließen sich zu Kampfgemeinschaften zusammen, suchen die Nähe zu zweit, zu dritt, zu viert.
Immer wilder rotieren sie, expandieren in extremen Spreizungen und heftigen Armschwüngen. Unterdrückte Erotik explodiert expressiv zu zwei Streichquartetten von Bryce Dessner und einer Klangcollage von Daniel Lett und Stephan Thoss. Dann öffnen lyrische Töne den Raum, die Fenster und eine Tür in der Fassade. Zu barocken Klangmustern schweben im zweiten Teil Tisch und Stuhl. Im berührenden Pas de deux von Alessio Burani und Simone Elliott findet ein Paar zueinander, dessen Hingabe durchkreuzt wird von Schwerterklirren und Pfeiftönen. Zarte Berührungen werden in epileptisches Zucken verwandelt. Der Mann erstarrt zum ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Michaela Schabel
Statt zu jammern, ruft es laut aus dem Theater Hagen in die Welt: «Ballett? Rock it!». Seit Jahren kämpfen das Haus und insbesondere die Tanzsparte in der Stadt zwischen Wuppertal und Dortmund ums Überleben. Am Publikumszuspruch kann’s nicht liegen. Der Saal ist voll, alle paar Minuten gibt’s Szenenapplaus, am Ende stehen alle vor Begeisterung. Ballettdirektor...
Ende November 2014 hatte «Made in Bangladesh» Premiere in Ludwigshafen, im Theater im Pfalzbau. Danach ging das Stück auf Gastspielreise durch deutsche Städte, tourte in Indien, war Ende Januar sogar in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, zu sehen, wo es auch entstanden ist. Es wird weiter reisen, weiter seine Kreise ziehen. Und allüberall gibt die...
Anne Teresa De Keersmaeker liebt den Song «Golden Hours» des britischen Avantgarde-Musikers Brian Eno. Aber sie hat, wie sie unlängst bekannte, auch viel für konventionellere Popmusik übrig. «Popmusik ist in erster Linie Musik, aber wegen ihres Beats zugleich auch Tanz. Meistens wird darüber hinaus noch eine Geschichte mitgeliefert, und außerdem ist Popmusik in der...
