quellenkunde
«Was erzählen Fotografien über Tanz?» Diese gegen Ende des Sammelbandes «Tanzfotografie. Historiografische Reflexionen der Moderne» von Tessa Jahn aufgeworfene Frage kehrt als Leitmotiv in sämtlichen Beiträgen wieder. Vierzehn an der Zahl, findet sich unter ihnen nicht ein Ausreißer nach unten; manche sind dazu noch spannend zu lesen. So erzählt die Schweizer Tanzwissenschaftlerin Christina Thurner von ihrer detektivischen Suche nach dem Autor einer Fotografie, auf der die Jahrmarktsszene aus Fokines «Petruschka» zu sehen ist.
Angeblich hat ein gewisser Bart Parks 1911 auf den Auslöser gedrückt. Das behaupten jedenfalls die Archivare renommierter Institutionen – nur kommt Mr. Parks aufgrund seiner Lebensdaten als Fotograf nicht in Betracht. Ausgemacht wird schließlich Auguste Bert, gezogen das Fazit: Die Unwägbarkeiten auf diesem Gebiet beginnen schon bei der Autorschaft.
Was sich aus Bildern herauslesen lässt, hängt auch von den Vorlieben des Urhebers ab. Isa Wortelkamp verdeutlicht, dass Hugo Erfurth «Sprünge, Drehungen und prekäre Momente der Balance» bevorzugte, während Hanns Holdt die «bildwirksamsten Stellen» an den Übergängen dazwischen ausmachte. Wer sich das ganze Buch zu ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Medien, Seite 63
von Dorion Weickmann
René Magritte hätte an dem Bild seine Freude gehabt. Ein silberner Reif schwebt auf der Bühne. Darin eingelassen: ein Felsbrocken, wie ein Berg gestaltet, der für die Insel steht, auf die sich Prospero zurückgezogen hat. Das Papierschiffchen, das Ariel zuvor in seinen Händen hielt, ist längst zerdrückt, jede Verbindung zur Außenwelt damit abgebrochen. Geblieben ist...
Am 7. Dezember 1972 drückte der Astronaut Harrison Schmitt auf den Auslöser. Auf dem Weg zum Mond gelang ihm ein Foto der Erde, das zur Ikone wurde: die blaue Murmel. Der technische Fortschritt in Gestalt der Raumfahrt hat dieses Bild ermöglicht. Das Motiv aber ist so beschaffen, dass es diesen Fortschritt auch hinterfragt, weil es die Einmaligkeit unseres...
Auf der Bühne hat sich «Die Seejungfrau» von Alexander Zemlinsky noch nicht behauptet; das haben die Rechteinhaber verhindert. Inzwischen ist die Schutzfrist abgelaufen, und Mei Hong Lin ist deshalb eine der ers-ten, die in der kommenden Spielzeit am Landestheater Linz die «Fantasie in drei Sätzen» auf ihre Tanzbarkeit testet. Im Konzertsaal taucht «Den lille...
