Q & A
Eiko Ojala, was ist Ihnen beim Anfertigen Ihrer Arbeiten zum Thema «Grenzen» für das Jahrbuch tanz durch den Kopf gegangen?
Als ich mich mit dem Thema befasst habe, wollte ich nicht nur die physischen Grenzen untersuchen, die uns umgeben, sondern vor allem auch die Frage, wie sich solche Grenzen auf unser Inneres auswirken. Wie sie unser Denken und Handeln bestimmen. Dabei habe ich immer vor Augen gehabt, dass das Menschsein etwas Schönes ist.
Sie leben in Tallinn, der Hauptstadt eines kleinen EU-Mitgliedstaates in direkter Nachbarschaft zu Russland.
Da liegt der Gedanke an Grenzen nahe. Hat die geografische Lage Estlands einen Einfluss auf Ihr Leben und Ihre Kunst, oder fühlen Sie sich eher als Kosmopolit?
Ja, das beschäftigt einen schon, aber man lernt, damit zu leben. Für mich ist die künstlerische Arbeit ein Ventil, um solche Spannungen abzubauen, heute allerdings etwas weniger als früher. Aber ich erinnere mich noch an die 1990er-Jahre, als ich ein kleiner Junge war und die Sowjetunion zerfiel. Da waren die Spannungen hier beträchtlich. Ich habe damals ununterbrochen gezeichnet – Soldaten, Panzer, Gewehre –, um all das zu verarbeiten. Als jemand, der in einem kleinen Land ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Ästhetik: Ins Offene, Seite 116
von Marina Dafova
Neulich bin ich richtig überrascht worden. Die Vorstellung fand in einem leeren Klassenzimmer statt. Wo sonst die Lehrerin steht, spielte eine Frau am DJ-Pult. Die Zuschauer drückten sich an den Wänden entlang, als die mütterlicherseits aus Sri Lanka stammende Sara Mikolai mit verdecktem Gesicht und nacktem Rücken den Raum be-trat, um wie angekündigt ein Ritual zu...
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wechselte 2008 vom Ballett Dortmund zur italienischen Kompanie Aterballetto, um die kreative Arbeit mit Mauro Bigonzetti kennenzulernen und in dessen Choreografien zu tanzen. Seine eigentliche Mentorin indes war die derzeitige Künstlerische Leiterin der Kompanie, Cristina Bozzolini. Sie eröffnete dem Tänzer die Möglichkeit, sich im Rahmen der kreativen Workshops...
