Pina Bausch ohne Geburtshaus
«Jemandem ein Denkmal zu setzen, der noch lebt, verstößt gegen den guten Geschmack!» Mit diesen Worten hat Pina Bausch einem Plan der Grünen die Unterstützung versagt. Die Partei wollte ungewöhnlich geschichtsbewusst eine ehemalige Gaststätte nebst Hotel im Solinger Stadtteil Central erhalten. Denn in diesem Haus in der Focher Straße 10-12 ist am 27. Juli 1940 jene Philippine zur Welt gekommen, die später unter dem Namen Pina Wuppertal zur Weltgeltung verhalf. Schließlich hat Solingen sonst nur eine Veronica Ferres, mit der sich Schlagzeilen machen lässt.
Dass das Hotel Diegel zuletzt in einem erbärmlichen Zustand als Unterschlupf sozial schwacher Familien diente, bevor es wegen Einsturzgefahr von der Baubehörde ganz geschlossen wurde, störte die Grünen wenig. Sie sprachen von einem «Armutszeugnis für die verantwortlichen Politiker unserer Stadt», als sie auf Bitten des derzeitigen Besitzers jetzt eine Abbruchgenehmigung erteilten. Die «ewige Erinnerung» an die Ikone des deutschen Tanztheaters, die sie einfordern, wird also anders aussehen müssen. Am besten in Form einer aktiven Auseinandersetzung mit ihrem Werk wie zuletzt beim Internationalen Tanzfestival NRW: Drei Wochen mit ...
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Fünf Tänzer in strengen schwarzen Businessanzügen starren das Publikum an. Die Atmosphäre ist unbequem. Man hat keine andere Wahl und starrt zurück. Bis endlich etwas geschieht: Einer nach dem anderen knöpfen sie langsam die weißen Hemden auf und ziehen die Anzüge aus. Hinter ihnen hebt sich eine Stoffwand. Es ist das Zeichen, die Kleidung wieder anzuziehen. Danach...
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Wann immer der kalifornische Fotograf und Tänzer isak immanuel eine fremde Stadt besucht, hat er den Drang, sich in ihr zu verlieren. So findet er das Verlorene. Menschenleere Kleider unter Brücken, verlassene Hemden in verlassenen Häusern. Er nimmt diese Stücke von Menschen ohne Namen, um sie als Kostüme in seinen Tanzperformances zu nutzen. Eine verlorene zweite...
