Persönlich

Abschied: Dimitri

Tanz - Logo

In den Augen Schalk, unterzeichnet von großen schwarzen Dreiecken, nach unten zeigend, dorthin wo die Melancholie sitzt. Darüber die Brauen so dunkel und dick, als müssten sie festhalten, was nach unten zieht. Und ein Mund, freundlich, riesig, aber stumm. Wir sind mit diesem Gesicht aufgewachsen. Dimitri war für uns der Clown schlechthin – und zugleich die Verkörperung von Poesie, fern und flüchtig. Undenkbar, dass so etwas irgendwann einmal sterben könnte.

Und so waren wir, viele, viele Jahre nach der ersten Begegnung mit dem großen Schweizer Clown, erstaunt, als wir hörten, dass Dimitri am 19. Juli 80-jährig gestorben ist. Er war doch immer noch auf der Bühne zu sehen gewesen, letztmals zwei Tage vor seinem Tod in der Produktion «DimiTRIgenerations» mit seinen Kindern und Enkeln, die ihm auf dem künstlerischen Weg gefolgt sind.

Geboren wurde er 1935 in Asco­na, 1959 brachte er sein erstes Soloprogramm heraus. 1970 ging er mit dem berühmten Zirkus Knie auf Tournee, wie danach noch mehrmals. In Verscio in der Südschweiz baute er mit seiner Frau ein eigenes Theater auf sowie eine Schule, die heute ein Bachelor-Studium für Bewegungstheater und Theaterkreation anbietet.

Die Schule ist ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2016
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Lilo Weber

Weitere Beiträge
Nach Venedig: Marie Chouinard

Marie Chouinard ist zur neuen Leiterin der Sektion Tanz der «Biennale di Venezia» ernannt worden und wird diesen Posten von 2017 bis 2020 bekleiden. Ihre Aufgaben umfassen neben der Organisation des internationalen Tanzfestivals die didaktische Koordination des «Biennale College», das Nachwuchskünstlern die Zusammenarbeit mit Meistern des Fachs sowie die...

Die Lehrerin

Sie sind eine der bedeutendsten Flamenco-Tänzerinnen der Gegenwart, haben aber auch eine umfangreiche Karriere als Lehrerin vorzuweisen. Welche Rolle spielt die Pädagogin Belén Maya in Ihrem Berufsleben? Eine wichtige! Ich habe mit dem Unterrichten und dem Tanzen ungefähr zeitgleich begonnen. Damals studierte ich noch an der Schule des Spanischen Nationalballetts...

Serie: Master-Macher

«Unsere Schüler können in Kultur doch geradezu schwimmen!» So schildert Antonio Vanni, der Leiter der Accademia Europea di Firenze (AEF), die Vorzüge dieser vornehmlich für ausländische Studenten konzipierten Schule, deren zentrale akademische Angebote um die Darstellenden Künste kreisen. «Gegenwärtig ist die AEF die einzige italienische Privatschule, die auf drei...