persönlich
oslo: ingrid lorentzen
wird neue Direktorin des Norwegischen Nationalballetts und damit Nachfolgerin von Espen Giljane. Der hatte seine neuerliche dritte Bewerbung wieder zurückgezogen – nachdem Kritik an seiner Amtsführung laut geworden sein soll. Er selbst sagt: «Die Dinge haben sich einfach in eine andere Richtung entwickelt; ich spüre, dass der Zeitpunkt für den Abschied gekommen ist – und brauche nun etwas Abstand.
» Jung genug ist er, sich einer anderen Herausforderung zu stellen, und mit dem, was er in zehn Jahren erreicht hat, kann er zufrieden sein: Um das neue Haus am Oslofjord wird er nicht nur der fünf gigantischen Ballettsäle wegen von aller Welt beneidet. Und dass er eine Gleichstellung mit der Oper erreicht hat, lässt auch nach außen hin mehr Durchsetzungsvermögen erkennen, als man es von manchem Kollegen in Deutschland kennt. «Fifty-fifty» heißt seine Zauberformel, konkret: Ballett und Oper teilen sich den Titel der Institution, verfügen über denselben (!) Etat und haben gleichviel Vorstellungen. Ingrid Lorentzen, seit 1997 Ensemblemitglied des Nationalballetts und seit 2000 eine seiner profiliertesten wie prominentesten Ballerinen, findet somit ideale ...
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Tanz November 2011
Rubrik: menschen, Seite 30
von Hartmut Regitz, Arnd Wesemann, Thomas Hahn, Dorion Weickmann
Christine Camillo hat adlerscharfe Augen. «Bleib auf der Diagonalen, Elisa, denk nur an den Rücken!» Jeder Kommentar der Ballettmeisterin trifft ins Schwarze. Trotzdem steht ihr an diesem Morgen ein zweiter Maestro zur Seite, wie inkognito eingeschleust ins Staatsballett Berlin. Eine Art Ballerinenflüsterer, dessen Stimme mal sacht, mal fordernd Ermunterungen...
...sind ja etwas so Selbstverständliches: Mann und Frau im Pas de deux. Was für ein liebreizendes Bild von Liebe. Aber dass ein Maler und eine Malerin innig sich ein gemeinsames Bild erschaffen. Oder eine Schriftstellerin und ein Schriftsteller in Liebe zueinander ein Buch verfassen – davon schon gehört? So etwas hat Seltenheitswert. Nicht im Tanz. Sol León und der...
«Siehst du», sagt er, «daher kommt es, dass wir einander nie verstehen.» Was er deshalb auf Englisch sagt, weil er ihr Koreanisch nicht versteht. Und sie sein Französisch auch nicht. Sein Deutsch? Na ja. Er kann ihr auch nur schwer erklären, warum er sich in Berlin so viel fremder fühlt als sie. Wegen seiner spanischen Wurzeln? Hyun-Jung Wang, auch Honji genannt,...
