paris: Maguy Marin: «BiT»
Maguy Marins neues Stück widmet sich dem Rhythmus – vielleicht, weil sie in letzter Zeit zweimal umgezogen ist mit ihrer Kompanie: von Lyon nach Toulouse und retour. Da muss ein Rhythmus erst wieder gefunden werden, auch bei Marin, die eigentlich Langsamkeit zum politischen Statement erhoben hat.
Ihr «BiT» wird auf Französisch wie «Beat» ausgesprochen. Auf, zwischen und hinter sechs mobilen Schrägen tanzt beschwingtes Partyvolk einen Reigen im Stil des Rembetiko.
Im Mai, vier Monate vor der «BiT»-Premiere auf der «Biennale de la Danse» in Lyon, hat ein griechischer Tanzlehrer die Kompanie besucht. Nun tanzt sie auf Brettern, dem rot melierten Teppichboden, Ausschussware, vor der Müllkippe gerettet. No budget.
Marin will nicht die Griechen feiern, so sehr sie den klassischen Philosophen huldigt. Das Thema ist der Zusammenhalt einer Gruppe, die sich denn auch hier fest an den Händen hält, während Dauertöne oder wummernder Techno-Beat versuchen, das Rhythmus-Gefühl zu verwirren. Fast schon stur klammert sich das Kollektiv an die folk fiction, während es Schrägen erklimmt.
Marin schließt sich nicht einfach all jenen an, die traditionelle oder soziale Tänze zeitgenössisch runderneuern. ...
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Tanz November 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Thomas Hahn
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