benjamin millepied
Ein Mann im Umbruch: Benjamin Millepied schlüpft Stück für Stück in seine neue Rolle als Directeur de la danse am Pariser Opernballett, wo er den Staffelstab von Brigitte Lefèvre übernimmt, die ihn zwei Jahrzehnte trug. Ende September stellte er auf der «Biennale de la danse» in Lyon «Hearts and Heroes» vor, die bis auf Weiteres letzte Kreation für sein vor zwei Jahren gegründetes Los Angeles Dance Project (LADP). Zwar will er sich nicht endgültig von der Gruppe verabschieden, doch wie soll er noch Zeit finden, für die zehn Tänzer aus L.A.
zu choreografieren? Es wird voraussichtlich alle seine Kräfte in Anspruch nehmen, das im Palais Garnier residierende, zuletzt verkrustete Prestige-Ensemble der Franzosen neu zu beflügeln. Genau das hat er vor. Ob er allerdings dafür engagiert wurde oder hauptsächlich als Starchoreograf mit Glamour-Bonus und Fundraising-Geschick zum Ausnahme-Job kam, das muss er erst noch herausfinden. In jedem Fall bringt er einen Blick von außen mit, der die Institution von innen her infrage stellen kann.
Millepieds Werdegang verrät: Er sucht Herausforderungen. 1977 in Frankreich geboren und dort auch ausgebildet, behauptete er sich nicht nur als principal ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2014
Rubrik: menschen, Seite 26
von Thomas Hahn
selbstbild_________
traumkarriere
Das Bild einer Ballerina. Nicht mehr. Für Mabinty Bangura, die eines Tages Michaela DePrince heißen wird, ist der Fund allerdings mehr als nur ein Fetzen Papier, herausgerissen aus einer Zeitschrift. Er allein lässt sie alles Leid ertragen. Mit drei verliert sie den Vater, ermordet von marodierenden «Debils». Wenig später auch die...
Arm ist, wer mit der Sorge ums Geld aufsteht, aus Sorge ums Geld arbeitet und mit derselben Sorge wieder ins Bett steigt. Armut kann unermesslich sein, und darum ist sie auch nicht messbar, nicht mal an der Füllhöhe des Kühlschranks. Ist einer erst dann arm, wenn er keinen Kühlschrank mehr hat? Arm ist vielmehr, wer sein Denken nur noch schwer in andere Bahnen...
Rundherum klopft und zupft der Sound von Tamer Fahri Özgönenc, während wir Zuschauenden uns akklimatisieren und im unbestuhlten Theatersaal arrangieren: ziellos flanieren, einander flüchtig oder eingehend mustern, uns auf den Boden setzen, uns gegenseitig erfassen und anpassen an jeweilige Gehrichtungen und -tempi. Eine Gemeinschaft auf Zeit, ein zufälliges...
