paare und paarungen
Russland und Deutschland werden 2015 ein Paar – was ihren Kulturaustausch angeht. Großbritannien und Russland sind es bereits in diesem Jahr. Einen Sommer lang hat man sich gegenseitig besucht, das Bolshoi reiste nach London, das Royal Ballet nach Moskau. Den Höhepunkt dort gestaltete ein Franzose: Jean-Christophe Maillot. Er inszenierte «Der Widerspenstigen Zähmung» im Bolshoi. Seine Shakespeare-Version war, wie unsere Moskauer Autorin Violeta Mainiece ab Seite 8 erzählt, ein Versuch, die in Russland gezähmte Moderne auf der Bühne durchzusetzen.
Von der sagenhaften Widerspenstigkeit der Moskauer war dabei im Parkett nichts zu spüren. Die Zuschauer wurden allerdings auch nicht mit jenem ungenierten Ernst der Aufklärung konfrontiert, mit dem Lloyd Newson seinen «John» gegen Homophobie und andere Kulturlosigkeiten antanzen lässt (Seite 14).
Die Komödie «Der Widerspenstigen Zähmung» hingegen ähnelt einer Gesellschaftsordnung, in der jeder Topf seinen Deckel und jeder Wunsch seine Erfüllung finden soll. Diese Form der Zähmung von Widerspenstigen gelingt immer dann, wenn Interessen ausgeglichen und Bedürfnisse befriedigt werden – also, politisch gewendet, harmonische Fraktionen und ...
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Tanz Oktober 2014
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Er gehört zu den Großen des Fachs, ist 83 Jahre alt und findet es somit an der Zeit, sein Haus zu bestellen. Dabei lässt er sich von der Überzeugung leiten: «Auch ein Museum kann zeitgenössisch sein.» Mit diesem Slogan verkündete Paul Taylor, dass er seine Kompanie ab 2015 breiter aufzustellen gedenkt und deren Spielplan mit Werken anderer Choreografen bestücken...
im november: hans van manen_________
Leichtfüßig vor sich hintänzelnd, erklärte er einem Mitglied der tanz-Redaktion unlängst: «Ich muss wieder mehr choreografieren.» Dabei hat Hans van Manen nicht nur mehr als 80 Jahre auf seinem Lebenskonto, sondern auch über 120 Werke in der dazugehörigen Kreativbilanz. Dem Ballett am Rhein und dessen Chef Martin Schläpfer...
«Saugut!!!», urteilt die «New York Times», und wo sie recht hat, hat sie recht: Der «Schweinesee», den das Bolschoink Ballett im Mettropol-Theater zeigt, hat es in sich. Schon beim Anblick der Werbeplakate kann einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, und dem Wolf, der sich in ein abgelegenes Quartier seiner Stadt verirrt, knurrt ohnehin schon gewaltig der Magen....
