newcomer
ist Autodidakt. Mit dem Tanz kam der ausgebildete Luft- und Raumfahrtingenieur erst in seinen späten Zwanzigern in Berührung. Auch heute noch faszinieren ihn die Naturwissenschaften, insbesondere die Neurowissenschaften, genauso wie die zeitgenössische Philosophie. Als Choreograf kreiert er intelligente, unentrinnbar im Hier und Jetzt verortete Bewegungs-, Licht- und Klangereignisse. Dezidiert physisch und sensorisch nähert er sich existenziellen Themen, die er zugleich erdet und halluzinatorisch überformt.
Seit seinen Stücken «Exit» (2009), «Tide» (2011), «The Fifteen | Duet/Quintet» (2012) und «I is een Ander» (2014) hat sich sein künstlerisches Ziel klar herauskristallisiert: Mittels einer nahezu perfekten Darstellung menschlicher Wahrnehmungsmuster will Schuitemaker sämtliche Sinne seines Publikums stimulieren. Seine Bilder und Klänge rufen regelrechte Bilderströme hervor – aus Sehen wird Hören und umgekehrt.
Mit seinem internationalen Erfolgsstück «While We Strive» (2015), das um den Globus tourte, vervollkommnete der Niederländer sein zunehmend unverwechselbares Idiom: Unablässig in zentrifugalem Bewegungsfluss, erinnert die Choreografie für eine Tänzerin und zwei Tänzer an ...
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Tanz August/September 2016
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Sander Hiskemuller
René Magritte hätte an dem Bild seine Freude gehabt. Ein silberner Reif schwebt auf der Bühne. Darin eingelassen: ein Felsbrocken, wie ein Berg gestaltet, der für die Insel steht, auf die sich Prospero zurückgezogen hat. Das Papierschiffchen, das Ariel zuvor in seinen Händen hielt, ist längst zerdrückt, jede Verbindung zur Außenwelt damit abgebrochen. Geblieben ist...
Zu Beginn ist graubrauner Sand zu sehen, trockenes Strauchwerk. Durch die Ödnis fährt langsam ein Filmblick. Nach Verlorenheit sieht das aus und hässlich. Aber es ist heiliges Land, ist Israel. Vermutlich, denn es steht nicht dran. Das Video ist der Prolog zu «Leviah», dem neuen Tanzstück von Reut Shemesh, für das die gebürtige Israelin Erinnerungen an ihre...
Auf der Bühne hat sich «Die Seejungfrau» von Alexander Zemlinsky noch nicht behauptet; das haben die Rechteinhaber verhindert. Inzwischen ist die Schutzfrist abgelaufen, und Mei Hong Lin ist deshalb eine der ers-ten, die in der kommenden Spielzeit am Landestheater Linz die «Fantasie in drei Sätzen» auf ihre Tanzbarkeit testet. Im Konzertsaal taucht «Den lille...
