movingtheatre.de mit «Fair Friends»

Rom

Tanz - Logo

«Be my inspiration», fordert der Dichter in elisabethanischer Halskrause den halbnackten, jungen Mann auf. Und reicht ihm eine rote Schreibfeder. Der Jüngling beginnt, Luft-Lyrik zu kalligrafieren, dann versinken beide in einen Pas de deux, bei dem sich Künstler und lebendes Werk  ineinander spiegeln. Eine schwarze Schöne stört ihr intimes Spiel.

Nachdem sie die Männer glühend vor Eifersucht durch einen Vorhang beobachtet hat, drückt die männliche Muse noch einen heißen Kuss auf die Lippen des Dichters, dann wendet sie sich der Weiblichkeit zu und verschwindet mit ihr im roten Séparée.  

«Fair Friends» nennen Massimo Gerardi und Emanuele Soavi vom Kölner movingtheatre.de ihre neue Tanzproduktion, ein Titel, der nicht ohne Ironie ist. Der von Shakespeares Lyrik inspirierte Abend konzentriert sich auf  die Dreieckskonstellationen in den 154 Sonetten – und bei den Umarmungen zu dritt bleibt einer meist auf der Strecke. Die Verherrlichung des geliebten Freundes, des «fair friend», weicht bald dem Widerstreit mit der «fair lady», deren grausame Schönheit den Dichter quält. Zerrissen zwischen zwei Lieben, muss er dann auch noch ertragen, wie er zum Statisten der Leidenschaft seiner ...

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Tanz Oktober 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 50
von Bettina Trouwborst

Vergriffen
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