«Solo par placer» von Àngels Margarit
Was nervt am zeitgenössischen Tanz am meisten? Sein manchmal volkshochschulhafter Kunsteifer, gepaart mit kaum verhohlener Selbstzufriedenheit. Einer Durchschnittsignorantin gibt das zweierlei Gefühle: Tanz verstehen zu wollen, ist hoffnungslos, und Künstler sind sowieso nicht von dieser Welt. Es gibt Ausnahmen. Die Endvierzigerin Àngels Margarit hat es weiß Gott nicht mehr nötig, etwas zu beweisen. Sie hat Interesse an prüfenden Blicken. In «Solo por placer» holt sie uns entsprechend nah ran. Die Riesenbühne der Münchner Muffathalle hat sie mit Gummiband kleingezäunt.
Dahinter Manuel Martínez del Fresno und sein Cello, ein paar Requisiten. Kinderspielzeug, Klebestreifen, Bindfaden. Was man so braucht zum Kreieren. Denn obwohl das 65-Minuten-Solo seit 2005 steht, schiebt sie scheinbar Denkpausen ein. Klebt Markierungen auf den Boden, zieht sich um. Macht Yoga-Dehnungen. Und flicht diese in den Fluss der Choreografie ein.
Der hat drei unterschiedliche Strömungen. Die titelgebende Konstruktionsphase, in der sie Glanz und Elend ihres Metiers aufblättert: Choreografieren ist eine Mischung aus Horchen, Tasten, Frust, Entzücken, Stocken, Spielen, Nachgeben und Angreifen, Schreiben, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sue Jin Kang tanzt seit mehr als 20 Jahren beim Stuttgarter Ballett. Sie hat viele Bewunderer. Eine ist die Fotografin Gundel Kilian, die den Weg der Koreanerin von Beginn an mit der Kamera begleitet hat. Zu ihrem Bühnenjubiläum gibt es nun einen Bildband, wie ihn sich jede große Tänzerin wünscht. «Sue Jin Kang» heißt er – mit Texten der Stuttgarter...
Wunder der Prärie,
das waren bis dato 400 Stunden Tanz und Performance anlässlich der 400-Jahrfeier der Stadt Mannheim, verkleinert auf den Zeitmaßstab von 1: 8760. Dafür nahezu nonstop. Mit dabei: hina Strüver, genannt die Außerirdische, deren performative Installationen mit einer gewissen Sehnsucht spielen, bloß nicht hier und bloß nicht jetzt zu leben. Nicht in...
Internationally acclaimed Butoh artist Ko Murobushi is one of those whose work promotes the essential vision of Butoh, having studied under Tatsumi Hijikata in 1968, and thus directly inherited Hijikata’s original ideas. His earnest exploration of the body – or in other words, life – led Murobushi to the practice of asceticism and several years living as a...
