Middlesex
Mit «MDLSX» hat sich Motus auf die Fahnen geschrieben, eine bewusste, wohlüberlegte und authentische Antwort auf die Frage «Was bist du?» zu formulieren, die sich Silvia Calderoni ihr ganzes Leben lang – privat und auf der Bühne – hat anhören müssen.
Die 34-jährige Performerin, Inspirationsquell und zentraler dramatischer Motor aller bisherigen größeren Motus-Produktionen, imponiert seit jeher mit ihrer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz und ihrem androgynen Körper, den sie in wilder Spontanität bewegt: Schlank, geradezu mager und doch sehnig und muskulös, wirkt Calderoni wie ein Ephebe – eine Gestalt, die seltsam zeitenthoben anmutet, wie im Schwebezustand des Werdens begriffen. «Ich lebe ausschließlich in der Gegenwart», erklärt Calderoni denn auch und definiert damit zugleich den Ausgangspunkt, den Nicolò und Casa grande für ihr neues Stück gewählt haben, das einerseits als Porträt der Solistin konzipiert ist, andererseits aber auch als extremer Ausflug an die Grenzen der Performing Arts schlechthin. Allein die radikale Ausstellung der Verwundbarkeit Calderonis zwingt das Publikum, nach Antworten auf jene Frage zu suchen, die die Italienierin im Wortsinn zu verkörpern scheint: «Jetzt, ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 78
von Silvia Poletti
Sidi Larbi Cherkaoui, gibt es eine Grenze, vor der Ihre Vorstellungskraft zeitbedingt kapitulieren würde, etwa wenn Sie wie jetzt gerade die Barockoper «Les Indes galantes» in München inszenieren?
Das ist alles immer eine Frage des Einfühlungsvermögens. Wenn Sie mit einem Charakter konfrontiert sind, der einen Sklaven hält, ist es schwierig, sich in ihn...
Eiko Ojala, was ist Ihnen beim Anfertigen Ihrer Arbeiten zum Thema «Grenzen» für das Jahrbuch tanz durch den Kopf gegangen?
Als ich mich mit dem Thema befasst habe, wollte ich nicht nur die physischen Grenzen untersuchen, die uns umgeben, sondern vor allem auch die Frage, wie sich solche Grenzen auf unser Inneres auswirken. Wie sie unser Denken und Handeln...
Diese Künstlerin hat den Mut, die Getriebenheit und den Scharfblick, die in Zeiten wie diesen gebraucht werden. Elisabeth Bakambamba Tambwe, geboren 1971 in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist seit 2007 Wienerin. Bis vor fünfzig Jahren hieß Kinshasa nach dem belgischen König Leopold II. noch Léopoldville. Der Herrscher hatte sich seinen «Freistaat Kongo»...
