Middlesex

«MDLSX» heißt der jüngste Wurf von Daniela Nicolò und Enrico Casagrande, den Gründern des italienischen Performance-Kollektivs Motus. Als solistisches Kraftzentrum haben sie erneut die Performerin Silvia Calderoni engagiert

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Mit «MDLSX» hat sich Motus auf die Fahnen geschrieben, eine bewusste, wohlüberlegte und authentische Antwort auf die Frage «Was bist du?» zu formulieren, die sich Silvia Calderoni ihr ganzes Leben lang – privat und auf der Bühne – hat anhören müssen.

Die 34-jährige Performerin, Inspirationsquell und zentraler dramatischer Motor aller bisherigen größeren Motus-Produktionen, imponiert seit jeher mit ihrer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz und ihrem androgynen Körper, den sie in wilder Spontanität bewegt: Schlank, geradezu mager und doch sehnig und muskulös, wirkt Calderoni wie ein Ephebe – eine Gestalt, die seltsam zeitenthoben anmutet, wie im Schwebezustand des Werdens begriffen. «Ich lebe ausschließlich in der Gegenwart», erklärt Calderoni denn auch und definiert damit zugleich den Ausgangspunkt, den Nicolò und Casa grande für ihr neues Stück gewählt haben, das einerseits als Porträt der Solistin konzipiert ist, andererseits aber auch als extremer Ausflug an die Grenzen der Performing Arts schlechthin. Allein die radikale Ausstellung der Verwundbarkeit Calderonis zwingt das Publikum, nach Antworten auf jene Frage zu suchen, die die Italienierin im Wortsinn zu verkörpern scheint: «Jetzt, ...

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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 78
von Silvia Poletti

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