Merce Cunningham
Einst schenkte Merce Cunningham dem Tanz die Unabhängigkeit von der Musik. Jetzt ermutigt er uns in Paris mit einem neuen Werk, «eyeSpace», die Musik von vom eigenen iPod bestimmen zu lassen.
Den iPod leiht man sich an der Kasse, oder man bringt seinen eigenen mit. Die «Music for iPods» von Mikel Rouse lässt sich auf www.merce.org herunterladen, was die nicht ganz von der Hand zu weisende Gefahr beinhaltet, dass man sich die fünf Titel schon am Vorabend anhört.
Und denkt: Was bringt Merce Cunningham, unseren Gottvater der Tanzmoderne, dazu, sich derart seichtem Pop zu ergeben? Also fasst man einen Plan. Lädt seine eigenen Lieblings-Tracks auf den iPod und geht so unter Umgehung der Absichten des Choreografen ins Théâtre de la Ville. Lasst uns selbst entscheiden, je nach Bühneneindruck, welcher musikalische Stil am besten auf die Choreografie antwortet. Denn wer könnte es bestreiten: Merce Cunninghams Befreiung von der Leitfunktion der Musik für den Tanz strebt nicht nur immer weiter nach Vollendung. Sie gibt auch dem Publikum mehr und mehr Freiheiten. Damit wächst allerdings auch die Freiheit des Publikums, eben jenen Bezug zwischen Musik und Tanz zu restaurieren, der laut ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Robyn Orlin ist ehrlich, hat nichts zu verbergen. Olivier Hespel durfte in jeden Winkel der südafrikanischen Choreografin mit Berliner und Pariser Wohnsitz schauen. Daraus entstand «Robyn Orlin – fantaisiste rebelle», eine Biografie, in der die Choreografin fast untergeht. Sie handelt von künstlerischen Prozessen, auch ihrer Produktion mit dem Pariser Opernballet:...
Zwei neuere Publikationen international gefeierter Autoren und Kritiker in Tanzzeitschriften haben mich dazu angeregt, auch meinerseits etwas zum Thema Tanzgeschichte zu Papier zu bringen: zum einen ein Beitrag von Kathrine Sorley Walker in ihrer «Talking-Point»-Kolumne in Dancing Times, zum anderen Clive Barnes’ Aufsatz «Vorwärts in die Vergangenheit» (Forward to...
Freiheit ist ein Wort, das in diesem Heft recht häufig fällt. Freiheiten, die sich der verstorbene Maurice Béjart gestattete und eine unabhängige Kompanie führte. Freiheiten, die Merce Cunningham weiterhin genießt, um den Tanz so zu erfinden, wie die Welt für ihn gerade tickt. Freiheiten, die sich Rudolf Nureyev herausnahm, wenn Luigi Pinotti, sein Physiotherapeut...
