Freiheit

Tanz - Logo

Freiheit ist ein Wort, das in diesem Heft recht häufig fällt. Freiheiten, die sich der verstorbene Maurice Béjart gestattete und eine unabhängige Kompanie führte. Freiheiten, die Merce Cunningham weiterhin genießt, um den Tanz so zu erfinden, wie die Welt für ihn gerade tickt. Freiheiten, die sich Rudolf Nureyev herausnahm, wenn Luigi Pinotti, sein Physiotherapeut und enger Vertrauter, erzählt:

«1976 waren wir bei der Fürstin Gracia Patricia in Monte Carlo zum Abendessen eingeladen. Alain Delon und Yves Montand waren auch gekommen, mit dem Unterschied, dass sie pünktlich waren.

Rudolf und ich kamen mehr als eine Stunde zu spät. Als Rudolf Platz genommen hatte und bei der Vorspeise seinen Hut noch immer auf dem Kopf trug, gab die Fürstin dem Diener ein Zeichen, er möge dem Herrn Nureyev doch den Hut abnehmen. Ich werde nie vergessen, was Rudolf daraufhin sagte: ‘Wenn mein Hut gehen muss, gehe ich mit ihm.’ Den Hut ließ er dann den ganzen Abend auf.»

Es sind Freiheiten, nein: Es ist eine Haltung, die jeder Tänzer in den ersten Ballettstunden lernt: einen geraden Rücken gegen die Gebücktheit der Welt. Die Glanzzeit der Freiheit waren – auch – die 1970er Jahre. Maurice Béjart ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
Weitere Beiträge
Carlos Acosta


Carlos Acosta is one of the greatest dancers in the world. He won the Prix de Lausanne as a complete unknown and has subsequently danced with all the major companies of the world. He is based in London and is a member of the Royal Ballet.

His autobiography is an extraordinary document. It is rare to read a personal story that is so revelatory, particularly from a...

Nina Ananiashvili

Starting up

It was a difficult situation in the fifteen years after the Soviet collapse. It was a hard time for everybody. There were just two big theatres that survived, the Bolshoi and the Mariinsky, because they were government paid. Without money, it’s difficult to keep costumes and sets in shape. So we really started from the beginning. And I told them, “I do...

Was macht Anne Tismer

Nora ist an allem schuld. Aber nicht in dem Sinn, wie es ihr der eigene Ehemann in Henrik Ibsens gleichnamigem Drama vorwirft – dass sie nämlich seine Ehre und die Familie zerstöre. Ganz im Gegenteil: Weil sie die Ehre der Berliner Schaubühne in der gefeierten Inszenierung von Thomas Ostermeier erheblich mehrte. Auf die Premiere 2002 folgten unzählige Einladungen...