Mengfan Wang
Wie ihr Kollege Yang Zhen gehört Mengfan Wang einer jungen Generation chinesischer Künstlerinnen und Künstler an, die mit wachem Geist sowohl in China als auch in Europa arbeiten. Ich habe sie als Studentin des Departments Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München kennengelernt, als sie mit uns das Dokumentationsprojekt zur Einstudierung von Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» beim Bayerischen Staatsballett begleitete.
Nach einem Studium der Kunstgeschichte an der China Central Academy of Fine Arts in Peking war Mengfan Wang, geboren 1990 in -China, nach München gekommen, um hier weiterzustudieren.
Gegen Ende des Bausch-Projekts änderte sie ihre Pläne. Sie ging nach Köln, um dort mit Tanzwissenschaft weiterzumachen. Da muss ihr erstes Stück «50/60 Dance Theater with Dama» schon in Peking über die Bühne gegangen sein. 2015 entstand es mit chinesischen Frauen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren geboren wurden. Sie tanzten ihr Leben lang. Nicht professionell, sondern als Teil und Ausdruck kollektiven Lebens, verordnet von der Kulturrevolution, weitergetragen über die Jahre. Mengfan Wangs Stück, das auf sehr subtile Weise zeitgenössische ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 177
von Katja Schneider
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter...
Es gibt ein Wort im Tschechischen, das in etwa so viel wie «Heimat» bedeutet. Es heißt domov und ist vom lateinischen domus abgeleitet. Also von dem Begriff eines «Zuhause». Wenn wir diese Idee weiterverfolgen, könnte es auch bedeuten, dass dort, wo unser Haus steht, gleichzeitig unsere «Heimat» ist.
Eigentlich sollte ich diesen Beitrag «Heimat und Migration»...
«Im Dickicht der Städte» heißt ein frühes Drama von Bertolt Brecht, 1924 wurde es in Berlin aufgeführt. Regie führte Erich Engel, die Ausstattung besorgte der Bühnenbildner Caspar Neher. Dieser zeigte «Räume, von denen man nie so recht weiß, ob sie eigentlich Innenräume oder Straßen sind. Himmel und Luft sind mit Steinen zugebaut, und diese bröckeligen Wände sind...
