Dustin Klein
Heimat ist der Ort, an dem ich geboren und aufgewachsen bin, der Ort, an dem ich mich am Reinsten und Natürlichsten fühle und geben kann. Ein Ort der absoluten Vertraut- und Sicherheit, gestärkt durch ein Umfeld von Menschen, denen ich blind vertraue, und eine Landschaft, eine Natur, die so wunderschön und gewaltig ist, dass es mir jedes Mal aufs Neue den Schalter raushaut, wenn ich mich umsehe. All das ist HEIMAT und hat mich zu dem geformt, der ich heute bin.
Was mir Heimat bedeutet? Alles.
Dieser Ort und das Umfeld geben mir die nötige Kraft und den Freiraum, mein Leben und meine Choreografien so zu gestalten und zu erarbeiten, dass es fruchtet, Spaß und Sinn macht. Als einziger bayerischer Tänzer im Bayerischen Staatsballett (und das seit fast einem Jahrzehnt) ist meine Heimat, mein Herkunftsort ein sehr wichtiger Punkt. Für den Tanz und für mich als Tänzer. Es ist seltsam, Exot im eigenen Nest zu sein. Zugleich ist es aufregend und spannend, ständig von totalem Multikulti umgeben zu sein. Ich habe Kollegen, die nicht das Privileg hatten, so lange in heimatlichen Gefilden zu tanzen, die München aber für sich zu einem heimischen Ort werden lassen können.
Das bewusste ...
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Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 112
von Dustin Klein
Im vergangenen April stellte eine junge deutsche Sängerin, Tänzerin und Choreografin in Brüssel ihr Stück «Störlaut» vor. Der Titel könnte exemplarisch für das stehen, was Jule Flierl ist und tut – nur dass sie ihr Publikum nicht aus bloßer Konfrontationslust «stört» bzw. verstört, sondern aus einem ganz anderen Grund: Flierl gehört zu jener seltenen Spezies von...
Es ist die vorerst letzte Choreografie, die Lin Hwai-min für sein Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan, 1973 in Taipeh begründet, geschaffen hat: keine Bilanz seiner bisherigen Arbeit, sondern eher ein Abbild seiner Heimat, symbolkräftig überhöht und zugleich doch so bodenständig wie der vorgestellte Tanz. Durch Erfahrungen mit Ballett, Martial Arts und Meditation...
Meine tänzerische Heimat ist Hip-Hop. Wenn ich auf eine Hip-Hop-Jam gehe, kenne ich die Codes und Verhaltensregeln. Sie bilden die erste Schicht meiner künstlerischen Identität. Jede weitere Schicht, die sich im Lauf der Jahre darübergelegt hat, musste sich mit Hip-Hop vergleichen, an ihm reiben und schließlich Kompromisse finden. Heute fühle ich mich in vielen...
