Martin Schläpfer
Martin Schläpfer ist vielleicht kein typischer Schweizer, aber er besitzt ein paar Tugenden, die in der Schweiz etwas gelten und die ich je länger je lieber mag: Freundlichkeit, Arbeitsethos, um nicht zu sagen: Fleiß, Skepsis, Präzision, Beharrlichkeit und eine gewisse Schrägheit, wie man sie nur im Voralpenland findet. Was Schläpfer macht, und er macht seit Jahren kontinuierlich viel, macht er gründlich. Mit seiner Poesie und Nachdenklichkeit. Auf seine ureigene Weise. Unverwechselbar. Als Choreograf hat er vieles gelernt und vieles erreicht.
Er ist einer, der sich selbst nichts schenkt und sich selbst gegenüber vielleicht manchmal zu kritisch ist. Aber eigentlich ist das auch gut. Die Frische von Schläpfers Balletten könnte man, oberflächlich betrachtet, mit Jugendlichkeit, physischer Präsenz, Sensibilität und einem untrüglichen Sinn für Proportionen assoziieren. Bei genauerem Hinsehen dominiert der Eindruck der Reife und der Musikalität des tänzerischen Ansatzes. Die Fähigkeit zur Distanz gehört seit Anbeginn zu Schläpfers Gratwanderung. Wohin das führt, ist nicht immer abzusehen. Und auch das ist gut so. Die Hoffnung auf Martin Schläpfer ist jedenfalls niemals enttäuscht worden ...
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Was ich sehe: Zeilen, Ecken, die Tischkante, die Linie der Theke, ein Regal mit Flaschen. Etikette.
Endlich Buchstaben: Hurra, das Gerade verbündet sich mit der Kurve, ich liebe das.
Die Bedienung serviert Tee in einem Glas von perfekter Geometrie, das Tablett ist rechteckig mit Blumenmuster, auf ihrer Schulter wuchert ein Tatoo, ich liebe das. Punkt. Punkt....
In einigen japanischen Gärten findet sich ein Bambusrohr, an der Mittelachse wie eine Wippe befestigt und an einem Ende mit einer Öffnung versehen, sodass ein Wasserstrahl hineinfließen kann. Diese Seite ist nach oben gerichtet, und das Rohr füllt sich nach und nach, bis das Wasser die Mittelachse übersteigt, ein Gegengewicht erzeugt und der Bambus sich auf den...
Am liebsten arbeitet er mit Laien – mit Kindern und Jugendlichen. Denn er will keine Kunst machen, sondern Spaß haben. Sagt er. Ives Thuwis stapelt schon mal ein bisschen tief. Denn seine Produktionen mit der Jugend – seit 2000 sind es acht an der Zahl – sind auch seine besten. Wie zum Beispiel «adieu», das aus einem Work-shop am Forum Freies Theater in...
