Musik
In einigen japanischen Gärten findet sich ein Bambusrohr, an der Mittelachse wie eine Wippe befestigt und an einem Ende mit einer Öffnung versehen, sodass ein Wasserstrahl hineinfließen kann. Diese Seite ist nach oben gerichtet, und das Rohr füllt sich nach und nach, bis das Wasser die Mittelachse übersteigt, ein Gegengewicht erzeugt und der Bambus sich auf den Kopf stellt, sodass das Wasser schließlich aus der Öffnung wieder herausfließt. Entleert schlägt das Rohr zurück in die Ausgangsposition, stößt dabei hörbar auf den Boden und erzeugt einen hölzernen Klang.
Der ganze Vorgang ist zu lang, um der Wiederkehr des Klanges eine Taktierung abzugewinnen. Immer wieder vergisst man das Bambusspiel. Vom Hören verfällt man ins Sehen und vom Sehen in irgendwelche Gedankenketten, die ihren eigenen Verlauf nehmen würden, würde nicht ein erneutes «Klack» dem narrativen Gang der Zeit ein Ende setzen und dem Erinnerten zwischen dem verlangsamten Puls des Rohrs eine spezifische Gestalt mit Vorher und Nachher verleihen. Zwei Zeitwahrnehmungen prallen hier aufeinander, eine ungerichtet offene, und eine Gestalt gewinnende, erinnerbar wie ein Gerüst. Ihr Verhältnis ist ein räumliches – sie ...
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