Leipzig: Cindy Hammer «Motel Vibes»

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Auf den richtigen Standpunkt kommt es an. Während sonst das Publikum eher außen vor sitzt und das Bühnengeschehen wie durch eine vierte Wand betrachtet, lässt Cindy Hammer «Motel Vibes» aus einem ungewohnten Blickwinkel heraus betrachten. Bei der Uraufführung im Festspielhaus Hellerau stehen die Zuschauer auf einer Galerie und schauen von oben herab auf einen Raum, der ganz offensichtlich schon mal bessere Tage erlebt hat. «MOT L» ist irgendwann einmal in violetter Leuchtschrift zu lesen.

Hinter einem fotografierten Rollo lassen sich Palmen erkennen; «Paradies Inn» heißt es dazu auf einer Ansichtskarte, die einem beim Betreten der Seitenbühne Ost in die Hand gedrückt wird. Fast wähnt man sich in einem Film von Alfred Hitchcock. -Tatsächlich spricht Cindy Hammer englisch, als sie nach geraumer Zeit zum ersten Mal zum Telefon-hörer greift.

Rudi Goblen sitzt neben ihr auf dem Bett, und doch scheinen die beiden Welten zu trennen. Ein Dialog auf Distanz, nicht zuletzt durch Körpersprache kommuniziert: Mal macht es sich einer bequem, mal zucken Schultern, als ob sich der Angesprochene am ganzen Leib verspannt. Worte erübrigen sich da eigentlich, und wortlos lässt sich der Dissens auch ...

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Tanz April 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Hartmut Regitz

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