Knochenarbeit

Die Klein Technique benutzt den Knochen als Hebel. Wozu also Muskelarbeit – Kraft haben wir eh schon fast zu viel, sagt Susan Klein, die auch Trisha Brown und Stephen Petronio unter ihre starken Fittiche nimmt. Irene Sieben stellt sie vor.

Tanz - Logo

Sie nennt ihren Lernstoff schlicht «Anatomical Realities». Susan Klein, Namensgeberin der Klein Technique und seit 30 Jahren in New York mit der Susan Klein School of Movement and Dance Mag­net aller denkenden, fühlenden, schöpferischen Tänzer, führt sie zur Basis zurück: zur Erdung. Ihr Fokus: die solide Struktur der Knochen und ihre Hebelwirkung. Knochen verkörpern die Essenz, die Identität, den Willen, den Mut. Sie sind ein starker Energieträger, der nicht nur die tiefe Haltungsmuskulatur mobilisiert, sondern den «Spirit» zum Schweben bringt, damit auch die Kunstform Tanz reift.

Pragmatisch betrachtet, ist ihre Arbeit ein probates Bindeglied zwischen Tanztraining und Körperarbeit, entwickelt aus der Fusion zwischen Laban-Analyse und der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre. Nahziel für die lebenslang Übenden: sich angemessen zu bewegen – hin zum eigenen Potenzial.
An der Beach Street 48 in New York gibt sich die Prominenz die Klinke in die Hand. Stephen Petronio gehört zu ihren Schülern, auch Trisha Brown. Susan Klein ist «überaus stolz» darauf, maßgeblich daran beteiligt gewesen zu sein, Brown von ihrem Entschluss abzubringen, mit 55 das Tanzen aufzugeben. Stattdessen schuf sie mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2005
Rubrik: Workshop, Seite 72
von Irene Sieben

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kolumbianischer Deal

Frontal-Angriff der jugendlichen Performer. Die 16 Tänzer aus Kolumbien drängen den Regisseur Nicolas Stemann von der Bühne weg, erobern sich skrupellos die Rampe. Seine Erklärungen zum Probenzustand der Aufführung gehen unter in der wütenden Beschimpfung des Pub­likums. Die Europäer seien die größten Drogenabnehmer, trügen die Schuld an der kolumbianischen Misere....

Ea Sola

Ea Sola, sie kündigten vor vier Jahren Ihren Abschied vom Tanz an und kehrten Europa den Rücken. Heute melden Sie sich zurück.                                        Wichtige Personen wiesen mich darauf hin, dass es ein Fehler sei, «Requiem» zu meinem letzten Stück zu erklären. Die Warner hatten Recht. Man wird so schnell aus dem Kreis der Eingeweihten verstoßen....

Lera Auerbach

Ein Walzer von George Balanchine gefällig, ein Lied von Serge Diaghilew? Lera Auerbach macht’s möglich. Auf der CD «Tolstoy’s Waltz» hat die Pianistin und Autorin aus der ehemaligen UdSSR ein paar Raritäten eingespielt, wahre Preziosen. Der «Valse lente» von Mr. B. beispielsweise, den er Madeleine Malraux verehrte: «Balanchine komponierte ihn relativ spät in seinem...