josette baïz

Seit zwanzig Jahren arbeitet sie höchst erfolgreich mit Kindern aus Marseille und Aix-en-Provence. Beim Kulturhauptstadtjahr aber wurde sie mit einem Trostpflaster abgefertigt

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Als «Marseille Provence 2013» vor Jahren angeschoben wurde, kamen die Politiker auf eine Choreografin, deren Projekt Grenade – eine Kombination aus Schule und Kompanie – schon damals erfolgreich lief: Josette Baïz.

Die frühere Tänzerin der Kompanie von Jean-Claude Gallotta steht glaubhaft für das Konzept einer volksnahen Kulturhauptstadt: In Aix-en-Provence und Marseille hat sie Kinder und Jugendliche der verschiedensten sozialen und kulturellen Hintergründe versammelt, damit sie zu Tänzern der Spitzenklasse reifen, die in jeder Art von Tanz zu Hause sind – und so eine Brücke zwischen den Kulturen schlagen.

Baïz regte fürs Kulturhauptstadtjahr an, in einem Einkaufszentrum eine Art Tanzfabrik für Jugendliche einzurichten. Doch solche Ideen sind nicht spektakulär genug. So speisten die Politiker Baïz mit einem Trostpflaster ab: Im Rahmen der Eröffnungsfeier im Januar hatte sie eine kleine Performance, Ende Juli folgt eine Inszenierung zu Prokofjews «Romeo und Julia» mit fünfzig Kindern von Grenade und weiteren fünfzig aus Schulklassen. Stattfinden wird das Ganze im Rahmen des vom Orgel- und Bachspezialisten Bernard Foccroulle kuratierten «Festival d’Aix», das jeden Sommer ...

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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 19
von Thomas Hahn

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