jón vallejo
Ein Spanier in Dresden: Der Tänzer Jón Vallejo gehört von Beginn an zur Kompanie von Aaron S. Watkin, die jetzt nach einigen verwirrenden Namensspielen «Semperoper Ballett Dresden» heißt. Rasch machte er dort auf sich aufmerksam. In der Gruppe, in kleineren Soloaufgaben, in den Choreografien von William Forsythe fiel er erstmals auf. Inzwischen hat er es auch zu großen Rollen und für ihn kreierten Stücken gebracht.
Dabei drängt er nicht in den Vordergrund, er schätzt die Kraft der Gruppe, und er weiß, dass diese umso stärker ist, je weniger die individuellen Leistungen in ihr verloren gehen.
Beim Nachdenken darüber, wie diese unverzichtbare Individualität mit ihren unterschiedlichen Facetten zu beschreiben wäre, fallen zunächst drei Begegnungen mit Jón Vallejo in Dresdner Aufführungen ein. Da ist er einmal in der Rolle des Opfers in Jirí Bubeníceks Kreation «Der Nachmittag eines Fauns» zu sehen. Wie dieser Tänzer in seiner zerbrechlichen Unschuld zerrieben wird zwischen der handgreiflichen Begierde einer geistlichen Aufsichtsperson und den gewundenen Bewegungen des Fauns à la Nijinsky – als wertfreies Prinzip nicht zu steuernder Lust verstanden –, das ist von großer ...
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Tanz Januar 2014
Rubrik: menschen, Seite 24
von Boris Gruhl
Ein grandioser Ball auf der Bolshoi-Bühne – zu Ehren eines Kriminellen? Irgendwie schien diese Premiere zu dem zu passen, was sich ein paar Straßenzüge weiter abspielte, wo der Prozess um das Säure-Attentat auf Sergei Filin zeitgleich in die letzte Runde ging und ein recht ungünstiges Licht auf das warf, was sich hinter den Bolshoi-Kulissen abspielt (s. S. 29)....
Robert Tewsley, man könnte den Eindruck gewinnen, als hätten Sie Ihre Tänzer-Karriere sorgfältig geplant – die Stationen sind eindrucksvoll: Ausbildung an der Royal Ballet School, Solist beim Kanadischen Nationalballett, danach in Stuttgart, London und schließlich beim New York City Ballet, bevor Sie freischaffend wurden.
Wenn ich auf die letzten 24 Jahre...
«Letzte Abenteuer» – großartig, da will man dabei sein, da rutscht das Hirn sofort zurück zu mittelalterlich-gefährlichen Aventüren, intakten Tugenden und tapferen Rittern, die sich in den Dienst einer großen Sache stellen: den Gral zu finden – was ja letztlich immer nur eine Suche nach dem Sinn im großen Weltengefüge ist. Aber mit so etwas wie «Sinn» hapert...
