john scott
Sein Vater war Beleuchtungsmeister und brachte den jungen John ab und zu auf die Hinterbühne von Dublins Abbey Theatre. Ob der Junge nun hinter den Kulissen saß oder vorn im Zuschauerraum: «Für mich gab es keine Trennung zwischen Publikum und Bühne. Was auf der Bühne geschah, hatte für mich auch nichts Magisches. Es war eher, als säße man genau hinter der Tür, durch die man gerade hindurchgegangen war.»
Andere entdecken im Theater den Prinzen oder die Prinzessin in sich – John Scott blieb nüchtern. Man sieht es noch heute seinen Choreografien an.
Die Bühnenwelt gleicht bei ihm aufs Haar der Welt jenseits der Bühne. Er will niemandem etwas vorgaukeln. Illusionen macht man sich schon selbst genug. Er findet, dafür brauche man keine Theater. Sicher hätten die frühen Kindheitseindrücke seine Ästhetik mit beeinflusst, sagt er; doch genauso wichtig waren ihm Begegnungen mit Meredith Monk, Pablo Vela, Thomas Lehmen oder Sara Rudner. Wie sie kam auch er erst spät zum Tanz, tat seine ersten Schritte im semiprofessionellen Dublin City Ballet, als 22-Jähriger, der plötzlich vor Anna Sokolow tanzen sollte.
«Beim Dublin City Ballet gab es viel Klassik, aber als Anna Sokolow auftauchte, sah ich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2011
Rubrik: menschen, Seite 22
von Michael Seaver
Flughafen Schanghai: Platz an Platz, Reihe an Reihe sitzen Chinesen in der Wartehalle. Einige lesen, die meisten beobachten mehr oder weniger interessiert die anderen Fluggäste. Es ist eine Ästhetik der Gleichförmigkeit, die die Berliner Medienkünstlerin
Angela Melitopoulos auf die beiden unterschiedlich großen Leinwände im tanzhaus nrw projiziert. Auch auf der...
Generalprobe hin oder her: Dieser Choreograf bleibt nicht hinterm Regiepult. Während auf der Bühne des Badischen Staatstheaters zwei Ballerinen im Eifersuchtsclinch liegen, wirbelt Christopher Wheeldon durchs Parkett. Jagt nach Fehlern, scannt blitzschnell die Dekoration von «Variations Sérieuses» – und bleibt im Ton vornehm zurückhaltend. Well educated, wie es...
...gewann zum zweiten Mal den Preis für Choreografie beim «Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival» in Stuttgart. Nach dem Solo «Conductivity» 2009 siegte sie diesmal mit ihrer Arbeit «Grief Point» für Moo Kim, der den ersten Preis für die beste Tanzdarbietung abräumte, weil er sich «auf sehr reichen tänzerischen Ebenen» bewegt. Sidra Bell, deren gleichnamige...
