Jenseits

«Pure Dance» von Dieter Blum. Ein großer Bildband entwickelt philosophische Fragen aus der Tanzfotografie.

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Nackt, wie Gott sie schuf, präsentieren sich die 37 Protagonisten des 53-köpfigen Stuttgarter Balletts und paradiesisch obendrein. Völlig losgelöst, lassen sie kaum etwas von der schweißtreibenden Anstrengung ahnen. Für Sekunden sind die Tänzer und Tänzerinnen zwischen Himmel und Erde nichts als schön. Engeln gleich kostet Dieter Blum diese Momente einer entgrenzten Glückserfahrung aus, ohne ihnen ihre Wahrhaftigkeit zu nehmen. Aber zugleich sind sie so ikonenhaft, dass wir ihre Wirklichkeit fast nicht begreifen können.

«Darum müssen wir sie», so Annegret Stopczyk-Pfundstein in diesem Band, «immer wieder anschauen». Steffen Kopetzky dagegen fühlt sich angesichts dieser «corps célestes» an die «Metamorphosen» des Ovid erinnert.
Weil Dieter Blum selbst etwas von jenem Apoll hat, der seine ungestillte Sehnsucht verwandelt. Und Tänzer zeigt, die unwiederbringlich verloren sind in ihrer ursprünglichen Bewegtheit. Etwas «abgehoben formuliert», nennt die Philosophin Annegret Stopczyk-Pfundstein Dieter Blum deshalb einen «philosophierenden Photographmystiker, der wie der Malermystiker Michelangelo (auf unserem Bild: Jirí Jelinek) im menschlichen Körper das Geheimnis der Schöpfung zu ...

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Tanz Januar 2005
Rubrik: Jenseits, Seite 86
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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