igor zelensky
Igor Zelensky ist ein ungewöhnlicher Tänzer, einer jener seltenen Machos im russischen Ballett, die ansonsten eher unter Lateinamerikanern zu finden sind. Sein Name – Igor – klingt altfürstlich und ritterlich, und wer so heißt, dem ist gemeinhin die gezierte Galanterie à la Versailles fremd. Tatsächlich verbindet sich in Zelenskys Kunst eine ausgesprochen männliche Note mit absoluter Beherrschung des klassischen Tanzes. Eine zurückhaltende Emotionalität ist ihr ebenso eigen wie ein rationaler Geist und professionelle Funktionalität.
«Das Wichtigste im Leben ist es, die richtige Anwendung für die eigenen Kräfte zu finden», hat Zelensky in verschiedenen Interviews betont. Genau das war und ist ihm bisher vergönnt – und der entsprechende Ehrgeiz wird gewiss auch seinen Wechsel nach Deutschland überdauern, wo er 2016 als Nachfolger von Ivan Liška an die Spitze des Bayerischen Staatsballetts rückt (tanz 1/14). Noch aber ist Zelensky in Moskau und Nowosibirsk tätig, steht gleichzeitig den Ballettensembles des Stanislawski und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheaters und der Staatsoper der drittgrößten russischen Metropole vor. Beide Kompanien – die eine hundert, die andere siebzig Köpfe ...
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Tanz April 2014
Rubrik: menschen, Seite 12
von Violeta Mainiece
Shakespeare-Stoffe gelten bekanntlich als sperrig, wenn es um ihre Adaption fürs klassische Ballett geht. Wenn Christopher Wheeldons abendfüllendes Ballett «The Winter’s Tale» am 28. April und damit schon kurz nach der Uraufführung beim Royal Ballet in London via Satellit in Kinos rund um den Globus übertragen wird, wird sich die Ballettkritik weltweit ein...
Erst machten die Stadtväter von Marseille aus der europäischen Kulturhauptstadt 2013 eine mittelmeerische Architekturmetropole. Dann schassten sie den Leiter des Ballet National de Marseille, Frédéric Flamand – und damit ausgerechnet den Choreografen, der durch seine Zusammenarbeit mit Zaha Hadid, Ai Weiwei, Thom Mayne und anderen das Interesse an moderner...
Vielleicht kann man über das Tanzen auch so denken. Man bewegt den Körper ähnlich wie einer, der im Schlaf spricht. Nur versteht man den Schlafenden nicht. Sitzt man neben einem beredt träumenden Kind, murmelt es etwas voller Empathie. Aber keine Ahnung, was es im Traum erlebt.
Tanzen sei eben Träumen mit dem Körper. So sagt man und so beginnt der Abend im Bremer...
