bremen: Samir Akika: «Close Your Eyes»
Vielleicht kann man über das Tanzen auch so denken. Man bewegt den Körper ähnlich wie einer, der im Schlaf spricht. Nur versteht man den Schlafenden nicht. Sitzt man neben einem beredt träumenden Kind, murmelt es etwas voller Empathie. Aber keine Ahnung, was es im Traum erlebt.
Tanzen sei eben Träumen mit dem Körper. So sagt man und so beginnt der Abend im Bremer Theater, traumhaft, sehr filmisch, wie oft bei dem gebürtigen Algerier und bekennenden Globetrotter Samir Akika.
Er zeigt ein Schattenspiel in der Art von Maurice Sendaks Bilderbuch «Wo die wilden Kerle wohnen»: mit gefährlichen Schlangen, hergestellt aus Moskitospiralen, mit Hochhäusern aus Knäckebrot und herrlichen Monstern im Scherenschnitt. Über diese Bilder senken sich bald schwere Augenlider, die Bilder verlöschen – «Close Your Eyes». Dazu schwebt eine Armada von Scheinwerfern vom Bühnenhimmel und blendet das Publikum: «Close Your Eyes».
Angetrieben wird das hypnotische Tableau von zwei Livemusikern links und rechts, von jayrope und Stefan Kirchhoff, die als Gitarren-Virtuosen samt effektsicherem Fußschalter-Dauerbetrieb und Schlagwerk eine derart brennende Synthese aus Ambient und Post-Rock veranstalten, dass man ...
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Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Arnd Wesemann
Über allem schwebt ein kalter, silbriger Mond. Wenn eine Gruppe von Menschen in verschiedenen Posen und Konstellationen Momente aus dem eigenen Dasein darstellt, wenn Kinderwagen über die Bühne quietschen und eine junge Frau ihren toten Geliebten betrauert. Unter dem großen, sich langsam drehenden Trabanten tanzt ein Dandy in weißem Anzug, der die Menge dirigiert...
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