Ich bin der Einzige, der sagt, was er denkt
Eigentlich gibt er keine Interviews mehr. Auf Kritiker ist Johann Kresnik nicht gut zu sprechen. Ungeheuerlich sei das alles, «was ihr da schreibt», schimpft er und nimmt seine Gesprächspartnerin gleich mit ins Gebet. Deshalb lese er auch seit Jahren keine Kritiken mehr.
Ja, die Medien meinen es in jüngster Zeit besonders schlecht mit ihm. Und an den Bonner Bühnen, wo sein Choreographisches Theater noch bis 2008 unter Vertrag steht, hat der Stadtrat soeben die Sparte Tanz abgeschafft. Das Ensemble wird sich dann – nach fast 40 Jahren – auflösen.
Ein Johann Kresnik aber lässt sich nicht abschaffen: «Ich habe gekündigt. Ich habe nicht verlängert. Lange vor dem Ratsbeschluss.»
Bonn, das habe er schnell gemerkt, sei ein Provinztheater geworden, ein Vorort von Köln. «Hier will man Pavarotti und solche Leute. Meine Stücke sind zu politisch, zu aggressiv.» Bonn sei eben keine Hauptstadt mehr. Bonn, tobt er, sei ein verfilzter Haufen. Überhaupt, er habe dieses Engagement nur seiner Gruppe zuliebe angenommen. Zu den Köln-Bonner Fusionsplänen, gegebenenfalls mit Düsseldorf-Duisburg, hat Johann Kresnik eine klare Meinung: «Jede Reisegruppe bedeutet den Tod mindestens zweier Ensembles.» Das ...
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«Ich bin nicht nur eine Frau, die heute lebt. Ich bin alle Frauen, die je gelebt haben.» Die indische Choreografin Chandralekha lebt nicht mehr, und doch lebt sie weiter in ihrer für den zeitgenössischen Tanz in Indien so bahnbrechenden wie emanzipatorischen Arbeit. In ihren Schülerinnen und Schülern. Und in ihrem choreografischen Werk, auf das man die vielseitige...
Versteh einer die Bonner, Kölner, Düsseldorfer, deren Mentalität und das, was man im ganzen Rest der Republik bewundert. Diese rheintaltiefe Überzeugung, dass Politiker nur Mist bauen, was niemanden daran hindert, sie gern zu wählen. Was die Welt hier Klüngel nennt, die Mitgliedschaft im Karnevalsverein, befindet schon qua Vereinssatzung, dass Politiker Mist bauen....
Wer sich einmal durch die täglich an ihrem Verkehr kollabierende Stadt gekämpft, eine Taxifahrt zwischen quälendem Stillstand und atemloser Raserei überstanden und schließlich unter Lebensgefahr den sechsspurigen Boulevard Nicolae Balsescu überquert hat, wer im schnellen Rhythmus der Fußgänger sicher an den Verführungen der Kaffeehäuser und tiefen Blicke...
