Was passiert in Bukarest?

Elisabeth Nehring über die Zukunft des Tanzhauses

Tanz - Logo

Wer sich einmal durch die täglich an ihrem Verkehr kollabierende Stadt gekämpft, eine Taxifahrt zwischen quälendem Stillstand und atemloser Raserei überstanden und schließlich unter Lebensgefahr den sechsspurigen Boulevard Nicolae Balsescu überquert hat, wer im schnellen Rhythmus der Fußgänger sicher an den Verführungen der Kaffeehäuser und tiefen Blicke vorbeigekommen ist, der ahnt: genau hier, an der Piata Universitatii, schlägt das Herz von Bukarest.

Je näher man dem neu gegrün- ­deten Nationalen Zentrum für Tanz kommt, desto stärker ist die Dynamik der Stadt zu spüren – kein Wunder, Bukarest ist ein Ort vielfältiger Möglichkeiten unter erschwerten Bedingungen. Das Tanzhaus ist dafür das jüngste Symbol. Ursprünglich war es einfach als Raum zum Proben und Aufführen gedacht, für alle Choreografen, die ihre Stücke bereits auf internationalen Festivals und in wichtigen Theatern, nicht aber in der eigenen Stadt zeigen konnten. Zeitgenössische rumänische Künstler wie Mihai Mihalcea, Manuel Pelmus, Cosmin Manulescu und Eduard Gabia und andere sahen in Bukarest lang keine Chance auf offizielle Anerkennung und führten unzählige Gespräche mit Politikern und Verantwortlichen. «Nach ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2007
Rubrik: Der Kalender, Seite 49
von Elisabeth Nehring

Vergriffen
Weitere Beiträge
Der Sack bleibt zu

Mehr Licht! Danach verlangte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident a. D. Wolfgang Clement. Und erfand seinerzeit die ersten Leuchttürme. Für das von Strukturwandel gebeutelte Land suchte er Symbole mit «Strahlkraft» weit über NRWs Grenzen hinaus. Leuchttürme eben, die ihr Licht auf die enorme technologische und kulturelle Potenz des Landes werfen sollten. Der...

Matteo Levaggi

Matteo Levaggi, a former dancer for Aterballetto and the youngest rising talent in Italian postclassical ballet, likes to give his ballets philosophical-sounding titles such as “Canto bianco in un momento di orizzonte verticale” (White Singing in a Moment of Vertical Horizon), created for Balletto Teatro di Torino to music by Steve Reich. As resident choreographer,...

Was denkt Nanine Linning

Der Mensch sieht am liebsten anderen Menschen zu. Deshalb gibt es für mich nichts Herrlicheres, als kopfüber im Plüsch des Theatersessels zu versinken und zu schauen und zu erfahren.

Doch die architektonische Form des Theaters, wie wir sie seit dem 18. Jahrhundert kennen, gründet sich auf einem absolut idiotischen Konzept. Denn begreift man das Theater als einen...