heimspielen
«Heimspiel» heißt der nicht mehr ganz so neue Schrei an den deutschen Stadttheatern. Er könnte zu einem Genre werden, allein weil die Kulturstiftung des Bundes ihren Fördertopf so etikettierte. Seit 2006 hat der Topf immerhin 56 Unternehmungen von 38 Stadt- und Staatstheatern unterstützt mit Summen zwischen 25.000 und 50.000 Euro; die letzte Runde wird nun eingeläutet.
Inzwischen gibt es «Heimspiele» auch ohne dieses zusätzliche Geld, und so soll es sein, denn der Bund will wie beim Tanzplan eine Entwicklung anschieben: dass die Theater raus in die Städte gehen und die Städter rein in die Theater holen. Man könnte sagen: Wieder mal eine kulturelle Sau durchs Dorf, pardon, durch die Stadt zu jagen, damit das Stadttheater nicht als konservativ vernagelte Trutzburg im kommerziellen Zentrum der Stadt dasteht. Aber man kann auch genauer hinschauen. Denn es geht auch ans Eingemachte: um das Selbstverständnis als Theater, als Stadttheater. Als Theater für die eigene Stadt, für alle Bewohner, nicht nur für die mehr oder weniger braven alternden Abonnenten und die Abiturienten.
Gibt es europaweit Gemeinsamkeiten, Muster, gibt es vielleicht schon einen Überblick darüber, was «Heimspiel» mit ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: ideen, Seite 62
von Melanie Suchy
...und sein Hamburg Ballett werden im Sommer eine achtköpfige Juniorkompanie anschieben, die sich der Bund binnen vier Jahren 2,8 Millionen Euro kosten lässt. Sage noch einer, im Tanz gebe es keine cleveren Lobbyarbeiter: «Bundesjugendballett» heißt das Gebilde, das acht Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren versammelt, die mit eigenem Repertoire auf Tournee gehen, vor...
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