hadoukening

heißt der jüngste Schrei im Internet: Kampfgeist und Choreografie verdrängen die alten viralen Moden, die Welt mit immer gleichen Gesten anzustecken

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Zuerst war’s das Planking. Der Körper liegt mit dem Gesicht nach unten tiefenentspannt auf einem Biertresen, auf Rolltreppen oder – bei strammer Bauchmuskulatur – auch mal quer zwischen zwei Supermarktregalen. Danach kam Tebowing: Die einbeinig kniende Variante von Rodins «Denker»-Skulptur, die den ganzen Kopf in die Hand stützt – diese geradezu ins Heilige überhöhte Pose wurde weltweit von Trauzeugen am Altar oder von Ärzten im Angesicht ihrer komatösen Intensivpatienten praktiziert.

Säuberlich hinterlegt sind derlei scheinbar antikonformistische Positionen auf Webseiten namens Planking oder Tebowing. Sie tragen die originellsten Zeugnisse, gern auch die von Promis, so weit wie möglich in die Welt. Die jüngste Variante viraler Körpersprache – und nun vergesst Harlem Shake oder Gangnam Style! – heißt Hadoukening. Hier wird nicht bloß posiert oder wild getanzt, hier wird ernstlich choreografiert.

Inspiriert ist Hadoukening vom sehr frühen Videogame «Street Fighter» aus den 1980er-Jahren. Deutlich anspruchsvoller als all die bisherigen Körpergesten an der amerikanischen Westküste, stammt Hadoukening aus Japan und bezeichnet eine Kampfpose. Die Hände liegen wie ein Fächer ...

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Tanz Juni 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Arnd Wesemann

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