Gregor Seyffert geht
Gregor Seyffert macht großes Erlebnistheater. Fünf Jahre Dessau, 90 Prozent Auslastung, 100.000 Besucher bei «Der kleine Prinz» nach Saint-Exupéry, «Tango Palast» mit Musik von Kurt Weill und «Marquis de Sade» im Kraftwerk Vockerode, der im Juli noch mal Jedermanns Sadomasochismus begutachtet, bevor Seyffert die Stadt verlässt. Verabschiedet hat er sich mit Jules Vernes «In 80 Tagen um die Welt» und irrem Effet.
Inmitten letzter Dekorationsteile süffelt sich der Intendant über die Theaterpleite hinweg; der Pianist hämmert unverdrossen frohe Liedchen; Rettung bringt Produzent Winkelstein, der das Haus als Filmatelier mietet. An die 70 Akteure kommandiert er nun in grotesker Stummfilmmanier. Graustichige, textunterblendete Filmszenen zeigen die «Reise», auf die sich Phileas Fogg und, Paraderolle für Erzkomödiant Seyffert, Diener Passepartout begeben, die im Verdacht stehen, einen pyrotechnisch effektvollen Bankraub verübt zu haben. Das glaubt man dem opulenten Spektakel. In der Pause hebt sich vorm Theater sogar ein gewaltiger Ballon in die Luft! (mitfahren darf, wer extra bucht). Per Video segeln die Protagonisten nach USA. Den Western Union Express, bühnenbildnerisches ...
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Eine gewöhnliche Bühne zeigt den Tänzer immer nur von der Seite, die er dem Publikum gerade zuwendet. Selbst wenn sich der Tänzer dreht, bleibt er streng genommen immer nur aus der einen frontalen Perspektive sichtbar.
In Australien wurde nun eine sogenannte «infra sphere camera technology» entwickelt, die die Künstler Jeffrey Shaw und Sarah Kenderdine nach Europa...
«Manchmal werde ich eingeladen, den Studenten zu erzählen, wie das damals war, in den 1980ern», sagt Alain Platel. 1984 gründete er in Gent das Choreografen-Kollektiv Les Ballets C. de la B.: «Seit man mich nur deshalb fragt, weiß ich, dass ich Geschichte bin.» (Seite 54). Seine kaum jüngere Kollegin Anne Teresa De Keersmaeker gründete 1983 die Kompanie Rosas und...
Das Licht geht aus, und das Publikum brüllt und pfeift. Dabei ist nichts auf der Bühne, nur Dunkelheit. Diesem merkwürdigen prologischen Krawall bei Kinder- und Jugendstücken antwortet, ins Schwarz des Saals im Düsseldorfer Tanzhaus NRW hinein, ein noch heftigeres Brüllen und Pfeifen – wie im Stadion oder beim Konzert. Dann beginnt Rockmusik. Antreibender Rhythmus....
