Jenseits

«Double District»: Der japanische Tänzer Saburo Teshigawara versechsfacht sich in einer bemerkenswerten Installation

Tanz - Logo

Eine gewöhnliche Bühne zeigt den Tänzer immer nur von der Seite, die er dem Publikum gerade zuwendet. Selbst wenn sich der Tänzer dreht, bleibt er streng genommen immer nur aus der einen frontalen Perspektive sichtbar.

In Australien wurde nun eine sogenannte «infra sphere camera technology» entwickelt, die die Künstler Jeffrey Shaw und Sarah Kenderdine nach Europa brachten. Volker Kuchelmeister kreierte daraus zusammen mit dem weltberühmten japanischen Tänzer Saburo Teshigawara eine Installation namens Double District.

Auf sechs Leinwänden tanzen Teshigawara und seine Partnerin Rihoko Sato ein Duo, das gleichzeitig von sechs Kameras aufgenommen wurde.

Während Teshigawara auf der einen Leinwand auf den Zuschauer zutanzt, tanzt er auf der gegenüberliegenden Fläche mit dem Rücken vom Betrachter weg. Wieder sieht man also nicht alles gleichzeitig. Aber legt man wie hier die sechs Bilder einfach nebeneinander, kann man dieselbe Tanzbewegung aus sechs verschiedenen Ansichten zugleich studieren.

Diese übergroße Sichtbarkeit, von epidemic.net vertrieben und zuletzt im Volcan von Le Havre zu sehen, verwirrt ein bisschen, aber schön ist es schon: Saburo Teshigawara und Rihoko Sato von allen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2009
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ives Thuwis: «Rennen»

Das Licht geht aus, und das Publikum brüllt und pfeift. Dabei ist nichts auf der Bühne, nur Dunkelheit. Diesem merkwürdigen prologischen Krawall bei Kinder- und Jugendstücken antwortet, ins Schwarz des Saals im Düsseldorfer Tanzhaus NRW hinein, ein noch heftigeres Brüllen und Pfeifen – wie im Stadion oder beim Konzert. Dann beginnt Rockmusik. Antreibender Rhythmus....

Alain Platel

Alain Platel war in seinem Leben immer einen Kopf größer als andere. Was ihn kaum zu einem überragenden Menschen macht. Aber Größe besitzt Wirkung, wenn der belgische Choreograf aufrecht, fast unbewegt am Tisch sein Gegenüber genau betrachtet.

Dort, in der Berliner Akademie der Künste, der Platel seit 2006 angehört, befragt ihn Sophie Fiennes, die Filmemacherin,...

Raimund Hoghe, Faustin Linyekula: «Sans-titre»

Kieselsteine symbolisieren Reinheit und Ewigkeit, Einfachheit und Glück. Aber Faustin Linyekula hält sich mit ihnen die Augen zu und schüttelt sich in Weinkrämpfen. Unser Trost ist, dass bei einem derart drahtigen, federleichten Körper einfach kein Pathos entstehen kann. Hier ist alles wahr, unmittelbar. «Keine Folklore» ist eins von Raimund Hoghes Leitmotiven...