God's entertainment
Wer Feste und anderweitige dionysische Räusche bis dato als eine Art Kurzurlaub vom (Arbeits-)Alltag verstanden hat, kennt den Partyservice von God’s Entertainment noch nicht.
Die junge Wiener Performance-Truppe hat sich in der Sparte «Angewandte Sozialkritik» – mit dem Stilmittel aktiver Publikumsbeteiligung – einen Namen gemacht und zeigt, was man sich konkret darunter vorzustellen hat: In ihrem «Fight Club» ließen God’s Entertainment ihre Performer auf offener Bühne einander verprügeln, das Publikum durfte nach Computerspiel-Vorbild per Joystick die Intensität der Schläge bestimmen und am Ende betreten über seine eigene Gewaltfaszination nachdenken. Später wurde das Konzept als «Love Club» diesmal mit zuschauergesteuertem Strip und Intimitäten recycelt.
Zuletzt lud die Truppe in den Berlin-Mitte-Klub Zurmoebelfabrik zu einer Europa-Fete, gegen die der bürgerliche Nine-to-five-Job fast eine Wellnesskur ist. Kaum dass die Schwelle zum hippen Hinterhofkellergewölbe übertreten ist, stolpert man über einen prominenten Premierengast, der sich wackerr auf einem Hometrainer abstrampelt. Wenn er fünf Minuten durchhalte, grinst Matthias Lilienthal, der Chef des Berliner Theaterkombinats ...
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Henrietta Horn
im Sommer 2008 geben Sie die Leitung des Folkwang Tanzstudios ab – «nach neun spannenden, nervenaufreibenden, glücklichen, unvergleichlichen, finanzschwachen, emotionalen, lehrreichen, anstrengenden, üppigen, spannenden Jahren», wie es in Ihrer Mitteilung heißt. Was war so spannend? Alles. Allein schon der Anfang. Ich habe hier, relativ spät, ein...
Matteo Levaggi, 30 year-old resident choreographer of Balletto Teatro di Torino, has premiered a new “Petrouchka” of his very own in Modena: with no need to play through the plot again, there is all the more need for pure dance. The characters of the original ballet can just about be discerned, thanks only to their familiarity.
First of all, Stravinsky’s score is...
Man stelle sich vor, der Intendant eines Dreisparten-Hauses würde, um bei Einsparungen im Etat die Qualität von Tanz und Schauspiel zu erhalten, die Oper schließen. Ein Aufschrei ginge durch die Republik. Wird aber die Tanz-Sparte am Haus «abgewickelt», wie es heutzutage heißt, herrscht nichts als Schweigen. So weitgehend unbemerkt schafft auch das Theater Bonn...
