Was denkt Christoph Klimke
Man stelle sich vor, der Intendant eines Dreisparten-Hauses würde, um bei Einsparungen im Etat die Qualität von Tanz und Schauspiel zu erhalten, die Oper schließen. Ein Aufschrei ginge durch die Republik. Wird aber die Tanz-Sparte am Haus «abgewickelt», wie es heutzutage heißt, herrscht nichts als Schweigen. So weitgehend unbemerkt schafft auch das Theater Bonn den Tanz ab.
Aber warum opfert diese Stadt, die im Vergleich zu anderen Städten dieser Größe noch gutes Geld hat, diese Kunstform? Warum macht der Intendant das mit? Ich dachte immer, Intendanten würden dafür (bestens!) bezahlt, dass sie Theater leiten und nicht schließen.
Es gab und gibt ja Theater-Direktoren, die ihr Verbleiben am Ort mit dem Erhalt des Dreisparten-Hauses verknüpfen, wie der frühere Intendant des Theaters Bremens, Klaus Pierwoß. Die Intendanten, die dieses Format nicht haben, fürchten um ihren Sessel und die mit der Stadt auszukungelnde Erhöhung der eigenen Gage. Dass Stadtväter so blöde sind, ganze Kunstformen zu eliminieren und sich Mitwirkende in den Theater- Direktionen selbst suchen, ist bei der grassierenden Verkümmerung von Kulturpolitik nicht überraschend. Dass aber Intendanten mitmachen, ist ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Jo Fabian taucht wieder auf aus «Second Life», der virtuellen Landschaft im Computer-universum, in der sich bis zu neun Millionen Menschen tummeln und Fabians einziges Tanzhaus in dieser simulierten Gegenwelt besuchen (ballet-tanz 10/07). Kaum ist Jo Fabian aus dem virtuellen Exil zurück, geht’s sofort in die Problemzonen der Realität. Seine Premiere von Coil. die...
Philosophie macht Spaß, Tanztheater auch. Das ist das Motto von Marcia Barcellos und Karl Biscuit, den Gründern von Système Castafiore. Die beiden sind angetreten, um mit den Waffen der Kunst der entzauberten Welt wieder etwas Poesie einzuhauchen.
No more heroes? Das gibt es nur noch in der braven guten Kinderstube, die sich vor falschen Vorbildern schützen soll,...
Veitstanz
«Durch Pest, lange Kriege und endloses Unglück zermürbt und im Innersten aufgewühlt», so schreibt Wilhelm Angerstein in seinem 1868 publizierten Buch über «Volkstänze im deutschen Mittelalter», «wälzen sich Scharen Besessener von Ort zu Ort westwärts. Allein oder Hand in Hand kreisen und springen sie in schauerlichem und verrenktem Reigen – stundenlang,...
