Genf: Pavillon de la danse

Tanz - Logo

Nach zwanzig Jahren wird in Genf Wirklichkeit, wofür die Szene seit 1998 kämpft. Die Stadt bekommt einen Pavillon de la Danse. Das ist nur folgerichtig, hat Genf doch die vitalste Tanzszene der Schweiz. Im Februar dieses Jahres hatte der Genfer Stadtrat einen Kredit von elf Millionen Schweizer Franken für eine demontierbare Konstruktion aus Holz bewilligt, die für sieben Jahren am Place Sturm in der Innenstadt aufgestellt werden soll. Der Pavillon soll einen Saal mit 220 Zuschauerplätzen bekommen, dazu Foyer, Büros für Verwaltung, usw.

Der Sieben-Jahres-Zeitraum wurde als Zugeständnis an die Anwohner festgelegt. Gegen den Beschluss wurde dennoch ein Referendum organisiert, das indes nicht genügend Unterschriften zusammenbekam, sodass nun gebaut werden kann. Das Haus wird der Leitung der Association pour la danse contemporaine (ADC) unterstellt und soll 2020 eröffnet werden.

 


Tanz August/September 2018
Rubrik: Praxis, Seite 73
von Lilo Weber

Weitere Beiträge
Valda Setterfield

Ein Leben für die Bühne, aus dem die Erinnerung an eine bestimmte Vorstellung ganz besonders lebhaft heraufleuchtet. Sie fand in einem englischen Garten auf dem Land statt. Damals war Valda Setterfield vier Jahre alt. «Ich sollte an einer kleinen Vorführung teilnehmen», erzählt sie, «bei der ich hauptsächlich im Kreis herumlaufen musste, bevor ich einige, wie ich damals fand, sehr schwere...

Art in progress

Alida schließt die Fenster in der Arnulfstraße und lässt die schwarzen Filzvorhänge runter – jetzt können weder das Tageslicht noch die Geräusche aus der nahen Hauptbahnhof-Halle die konzentrierte Stimmung im Probenraum stören. Die sechs jungen Tänzerinnen stellen sich in der Ecke auf, sie sind in sanftes Kunstlicht getaucht, Alida steht zwei Schritte vor den anderen. Die Musik setzt ein,...

Mackie Messer

Joachim Lang, Sie bringen Brechts «Dreigroschenoper» ins Kino, aber anders als im Original wird in Ihrem Film ohne Unterlass getanzt. Warum?
Weil Brecht bis heute oft als grauer Dogmatiker herhalten muss. Das Bild ist sicher falsch. Er hat ein Ballett entworfen, «Die sieben Todsünden der Kleinbürger», und er hat ununterbrochen versucht, die Grenzen zwischen den Künsten zu überschreiten....