gelsenkirchen: jiří bubeníček
Ein Märchen, das «zu lesen, zu spielen und zu tanzen» ist – so haben Igor Strawinsky und sein Librettist Charles Ferdinand Ramuz 1918 «Die Geschichte vom Soldaten» angelegt, erzählt in der Tradition des russischen Jahrmarkt-Theaters. Der Komponist machte, auch den Entbehrungen des Ersten Weltkriegs geschuldet, aus der Not eine Tugend und entwarf das karge Konzept einer Wanderbühne mit moritatenhafter Szenenfolge, die Brechts episches Theater ästhetisch beeinflusste.
Dieses Kammerspiel, das von einem jungen Soldaten handelt, der einen faustischen Pakt mit dem Teufel eingeht, ist im Musiktheater im Revier ein Stück pralles Tanztheater mit eigenwilliger Sprache geworden. Eingerichtet hat es der Tänzer und Choreograf Jiří Bubeníček, sein Zwillingsbruder Otto steuerte das Bühnenbild bei. In Verbindung mit «Orpheus», kreiert von der britischen Choreografin Cathy Marston, sollte ein großer Strawinsky-Doppelabend entstehen.
Das gelingt, wenn Jiří Bubeníček aus seiner eigenen Zirkus-Vergangenheit schöpft. Er charakterisiert die Figuren allein über ihren dynamisch-verspielten Tanz. Die Bewegungen schmiegen sich – ironisch akzentuiert – an den Rhythmus des Textes. Der Erzähler Sebastian Schwab ...
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Tanz Oktober 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Bettina Trouwborst
Nora Kimball-Mentzos und Marc Spradling haben beide über viele Jahre die wichtigsten Partien des klassischen und neoklassischen Ballett-Repertoires verkörpert und intensiv mit William Forsythe und dem Ballett Frankfurt zusammengearbeitet. Heute unterrichten sie vor allem an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr haben...
Dem Tanzerbe zu huldigen, ist in der Ballettwelt nachgerade eine Pflichtübung. Aber was wurde Fabian Barba vor wenigen Jahren noch bestaunt, als er erzählte, er wolle Mary Wigmans Tänze – Entstehungszeit frühes 20. Jahrhundert – rekonstruieren. Heute liegt so was: voll im Trend. Dabei geht es der Sache nach um den Blick zurück innerhalb des eigenen Genres. Bei all...
im kino_________
what moves you
Nein, es ist nicht der Rhythmus. Was vor gut einem Jahr 83 Jugendliche aus 14 Nationen bei einem vierwöchigen Education Projekt in Berlin so bewegt, ist etwas ganz anderes – eine «Seelengymnastik», wie ein beteiligter Choreograf vereinfachend meint, eine Möglichkeit, sich neu zu justieren. Nicht zuletzt aber eine Art des Tanzes, die...
