fotoband
Es ist 40 Jahre her, dass sie mit dem Fotografieren von Tanz-Performances begonnen hat, um sich im Verlauf ihrer Karriere immer weiter von der bloßen Dokumentation zu entfernen – hin zu einer Art Alchemie des menschlichen Körpers in Bewegung. Mit Hilfe etwa von Stoffbahnen, verspiegelten Oberflächen oder Blumensträußen entdeckt Lois Greenfield Augenblicke, die die Fantasie durcheinanderbringen oder ihr Flügel verleihen.
In «Moving Still», ihrem jüngsten Buch, begegnen uns erstaunliche Bilder, und wir rätseln sogleich: Fliegt diese Tänzerin? Ist das ein Kokon? Wer zaubert hier im Wald? Einige Motive besitzen die erdige Anmutung von Skulpturen, andere scheinen buchstäblich von der Seite abzuheben und davonzufliegen. Dabei deutet jedes Bild den Hauch einer Erzählung an, die der Betrachter für sich selbst fortspinnen kann.
Bisweilen bannt Greenfield mit ihrer Kamera derart prekär ausbalancierte Posen, dass man seinen Augen nicht trauen mag. Doch die Fotografin manipuliert ihre Bilder nicht nachträglich, sondern verlässt sich vielmehr auf das Improvisieren – das eigene genauso wie das ihrer Modelle – während des Shootings. «Ich empfinde den kreativen Prozess wie eine rasante ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 60
von Wendy Perron
Sachte setzt die Musik ein, wie ein leichtes, gleichmäßiges Schreiten. Für ein paar Momente bleibt es allein im Raum, dann fädeln sich zwei weitere Hände ein. Zwanzig Finger braucht es, um Franz Schuberts Klavier-Fantasie in f-Moll aus den Tasten zu zaubern. 1828 entstanden, scheint das Stück seiner Zeit vorauszueilen. Fast minimalistisch wirkt die Melodie, bevor...
Acht Monate nach seiner Ernennung hat die Leitung der Mailänder Scala Mauro Bigonzettis Rücktritt vom Posten des Ballettchefs bekannt gegeben. Im offiziellen Statement heißt es, der «Maestro» demissioniere «aufgrund eines anhaltenden Rückenleidens», eine fachärztliche Krankschreibung liegt vor. Klar ist aber auch, dass der Funke zwischen Bigonzetti und dem Ensemble...
Auch wenn sie ihm am Anfang den strengen Mittelscheitel des Ballets-russes-Stars hinfrisiert haben: Rosario Guerras schwarze Haarpracht macht schnell, was sie will. Rein äußerlich gibt es keine Ähnlichkeit zwischen dem mediterranen Sonnyboy mit dem drahtigen Körper und dem russisch-verschlossenen, nachdenklichen Vaslav Nijinsky, der als Fotografie von der Rückwand...
