Fleischlos Glücklich
Alles begann mit einem Aha-Erlebnis auf der Wohnzimmercouch – mit einem déclic, wie Sylvie Guillem es auf Französisch ausdrückt: «Ich saß zu Hause vor dem Fernseher, und plötzlich machte es klick. Es lief eine Doku über Paul Watson und die freiwilligen Mitarbeiter der von ihm ins Leben gerufenen Sea Shepherd Conservation Society, die sich gegen die Ausbeutung der Meere und ihrer Lebewesen engagiert. Umweltschutz hat mich schon immer interessiert, und seit geraumer Zeit verfolge ich Berichte über die ungerechte weltweite Verteilung nutzbaren Süßwassers.
Wussten Sie zum Beispiel, dass uns schon im Jahr 2050 absolute Wasserknappheit droht? Man muss sich das mal klarmachen – 2050, das ist sozusagen morgen!»
Bis vor einem Jahr war Sylvie Guillem eine der berühmtesten Ballerinen der Welt – und die vielleicht eigenwilligste überhaupt. Dann nahm sie, im Alter von 50 Jahren, Abschied von der Bühne, um sich hauptsächlich für den Umweltschutz zu engagieren. Die Leidenschaft, mit der Sylvie Guillem ihre neue Mission verfolgt, hat auch ihren Tanz stets gekennzeichnet. Ihre Stimme hebt sich nachdrücklich, wenn sie – in fließendem Italienisch – Zahlen und Fakten zitiert, die unser rasantes ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Serie: Ernährung, Seite 66
von Silvia Poletti
Ausstellung
Depot Erbe
Wer bestimmt, was bleibt? Welche Choreografien werden in die Zukunft
weitergereicht, welche nicht? Wer sortiert, was künftig zu sehen sein wird und was nicht? Was leicht ersetzbar wäre, kann auf jeden Fall schon mal weg. Oder nicht? Auf dem Bühnenboden zur Choreografie «9000 Steps» von Joanne Leighton (Foto) wurden 2016 zwei Tonnen Salz...
gesellschaftstanz
Chiffon und Pailletten für sie, Frack und Fliege für ihn, viel Schminke und Haarspray für beide – so sieht das Klischee aus, wenn die Rede auf Gesellschaftstanz kommt. Dabei ist die soziale und sportive Inszenierung auch mit der Kunst verbandelt. Das Bild hat sich gewandelt, alte Zöpfe wurden abgeschnitten (oder doch ordentlich gekürzt). Was es...
Porsche steckt Geld ins Stuttgarter Ballett, die Stiftung der Reederei Hapag Lloyd fördert das Hamburg Ballett, die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau unterstützt die Festwoche des Thüringer Staatsballetts, eine Sparkassenstiftung hält das Kölner Tanzarchiv am Leben – das sind nur ein paar Beispiele für Sponsorenmodelle, mit denen die Wirtschaft Teilen der Tanzszene...
