Fabian Chyle: «Ich nicht ich»
Immer ich. Überall ich. Alles ich. Jemand redet in der ersten Person singular wie ein Geständnis, eine «Selbstbezichtigung». Nichts davon ist persönlich oder zeugt vom wahren Leben. Es sind Stellvertretersätze. Das «Ich» könnte jeder sein, also auch «nicht ich». Das Sprache-Sein schiebt sich wie ein glitzernder Schleier vor das Bezeichnete. Dem Denken, Spielen, Sagen sieht man beim geschickten Schlenkern zu und meint darunter doch noch ein melancholisches, wütendes Ich zu beobachten, befangen, gefangen.
Peter Handkes Stück «Selbstbezichtigung» ist ähnlich wie seine berühmte «Publikumsbeschimpfung». Bei deren Uraufführung durch Claus Peymann im Frankfurter Theater am Turm stopften sich drei Schauspieler ein paar Sätze lang in den Souffleurkasten. Witziger Effekt. Diese Idee scheint der Stuttgarter Choreograf Fabian Chyle aufgegriffen zu haben. «Ich nicht Ich», bezieht sich auf «Selbstbezichtigung». Aber das ist schwer zu erkennen, denn die Sprach-Jonglage fehlt. Statt «Ich bin auf die Welt gekommen. Ich bin geworden. Ich bin gezeugt worden», beginnt die Rede auf Primitiv-Englisch mit «I walk, I betray, I love, I travel» und kommt nicht viel weiter. Also muss sich das Ding mit ...
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holte in diesem Jahr Cristian Emanuel Amuchastegui aus Argentinien gleich zweimal für die USA. Der Junge aus der Houston Ballet Ben Stevenson Academy erhielt den Publikumspreis und ein Stipendium. Sein Kommilitone Aaron Sharratt wurde ebenfalls ausgezeichnet. Nicht schlecht fuhr auch die Elmhurst School for Dance im britischen Birmingham: Ihr Schüler Lewis Turner...
Lieber Jochen Sandig,
ein Utopist wollen Sie sein. Als solcher jedenfalls präsentierten Sie Sasha Waltz‘ Idee des living archive. Und weil Sie die so leidenschaftlich vertreten, möchte ich Ihnen als dem nun Verantwortlichen antworten: Es gibt grundsätzlich gut gemeinte Ideen, die – nicht zu Ende gedacht – sich in ihr Gegenteil verkehren, und es gibt Utopien, die...
ist eine von vier neuen Residenzchoreografen bei K3 auf Kampnagel in Hamburg. 2009 erhielt sie in Island für ihre Produktion «Humanimal» die Auszeichnungen «Dancer of the Year» und «Choreographer of the Year». Lea Martini war schon bei den Festivals «Julidans» in Amsterdam sowie «Freischwimmer» und «100° Berlin» (dort erhielt sie den Jurypreis 2007). Sebastian...
