Dressed To Kill
Schwarze
sind oft wenig vermögende Männer. In Südafrika tragen sie tagsüber den Blaumann und setzen Motoren zusammen. Sie verdingen sich im Kittel als Gärtner, in Fantasie-uniformen als Kellner oder in schlecht sitzendem Leinen als Hilfspolizisten. Nichts degradiert sie vierzehn Jahre nach dem Ende der Apartheid mehr als diese Uniformen. Die nur zu offensichtliche Kennzeichnung als Diener trennt heute Arm von Reich mehr als die Hautfarbe.
Und wovon träumt so ein Mann, wenn er abends seinen Overall auszieht? Er wird sich nicht kleiden wollen wie sein Herr.
Er wird träumen: von wirklicher männlicher Schönheit, jenseits der mausgrauen Unauffälligkeit der Weißen und ihrer lässigen Ignoranz von Chic. Der weiße Mann bezeichnet seine Kleidung gern als «casual». Was aber soll einer, der sich «ungezwungen» gar nicht fühlen kann, diesem Modeideal entgegensetzen? Akkurate Schönheit. Ein echtes Mannsbild sein. Auch ein wenig die Karikatur des weißen Mannes darstellen.
Darum trägt Simon Khoza heute Abend einen schneeweißen Anzug. Eine rasiermesserscharfe Bügelfalte. Ein knallblaues Seidenhemd. Falsche Brillanten an den Fingern. Er ist eine Wucht von Selbstachtung. Mit dieser Klamotte ist vor ...
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Bridget Breiner tanzt am 16. und 17. April als Gast bei der Terpsichore-Gala VII des Bayerischen Staatsballetts «Feuilles mortes» von John Cranko und einen Pas de deux aus dessen «Schwanensee» – aber nicht mehr als erste Solistin des Dresden SemperOper Ballett und auch nicht, wie davor, als Mitglied des Stuttgarter Balletts, dem sie als Choreografin und...
Jirí Kylián, Michael Schumacher “Last Touch First”
I stood listening to the applause feeling vexed; so much so I wanted to call out: “Silence!” The work we had just beheld warranted quiet awe; audience and performer joined in mute reverence. The performers had conjured bare-skinned psychodramas filled with lust, contempt, despair, and pathos. The audience...
Wer je in China war, kennt das Gefühl. Schon nach dem Weg zu fragen, bereitet Unkundigen große Schwierigkeiten. Lesen geht nicht, Gesten können in völlig falsche Richtungen weisen. «Ich bin nicht von hier», versucht Eulalia Ayguade Farro zu sagen. «Ich komme von weit weg.» Aber woher? Meng Ning Ning vom National Ballet of China will es wissen, aber die Spanierin,...
